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Ermittler laden Beweismittel in ihr Auto vor der Passauer Pension

Kripo, Staatsanwaltschaft und mehrere Gutachter sind rund um die Uhr mit dem mysteriösen Armbrust-Fall von Passau beschäftigt. Viele Fragen sind noch zu klären. Oberstaatsanwalt Walter Feiler sagte dem BR auf Anfrage, es seien mehrere Gutachten in Auftrag gegeben worden. Unter anderem soll ein Experte klären, ob und wie es möglich ist, sich mit einer Armbrust selbst zu töten. Die Ermittlungen werden sich laut Oberstaatsanwalt noch mehrere Wochen hinziehen.

30-Jährige war als Letzte am Leben

Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass eine 30-jährige Frau als Letzte noch am Leben war und sich mit einem Schuss in den Hals das Leben nahm. Eine Tatbeteiligung einer möglicherweise noch unbekannten vierten Person soll mit dem Gutachten ausgeschlossen werden.

Außerdem soll ein toxikologisches Gutachten der drei Leichen Aufschluss darüber geben, ob und wenn ja, Gift oder Medikamente eingenommen oder verabreicht worden sind. Laut dem vorläufigen Obduktionsbericht gibt es zunächst keine Hinweise auf Drogen- oder Alkoholkonsum.

Gerüchte auf Faktengehalt prüfen

Aufgabe der Ermittler sei außerdem, so Feiler, die vielen Gerüchte und Behauptungen um diesen Fall einzuordnen und auf ihren Faktengehalt zu überprüfen. Unter anderem wolle die Kripo auch aufklären, was das Trio zuletzt in Österreich genau gemacht habe. Die Beamten seien in ständigem Kontakt zu ihren Kollegen in Rheinland-Pfalz, der Heimat der drei in Passau gefundenen Toten, und in Niedersachsen, wo in einer Wohnung zwei Frauenleichen entdeckt worden waren.

Oberstaatsanwalt Walter Feiler sagte dem BR, er erwarte in zwei bis drei Wochen wenigstens einen Zwischenbericht der Kripo zu diesem Fall.

Insgesamt fünf Leichen im Armbrust-Fall

Vergangenen Samstag wurden in einer Passauer Pension drei Gäste im Alter von 53, 33 und 30 Jahren tot aufgefunden - in ihren Körpern steckten Pfeile. Die Ermittler stellten drei Armbrüste sicher. Bei den zwei in Wittingen leblos entdeckten Frauen wurden laut Polizei keine Armbrüste oder Pfeile gefunden. Die Frauen kamen laut Obduktionsbericht ohne Gewalteinwirkung ums Leben.

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de.