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Armbrust-Drama: Zwei weitere Leichen entdeckt | BR24

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Der Kriminalfall um die drei in einer Passauer Pension aufgefundenen Leichen weitet sich aus: Die niedersächsische Polizei hat in der Wohnung einer der Toten zwei weitere weibliche Leichen gefunden.

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Armbrust-Drama: Zwei weitere Leichen entdeckt

Der Passauer Armbrust-Fall wird immer rätselhafter. Zwei weitere Leichen wurden entdeckt. Sie lagen in einer Wohnung in Niedersachsen, die einem der drei Opfer von Passau gehört. Was passiert ist, und wie die Fälle zusammenhängen, ist unklar.

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Im Fall der drei Leichen in einer Passauer Pension wurden jetzt im Rahmen der Ermittlungen in der Stadt Wittingen in Niedersachsen (Lkr. Gifhorn) zwei weitere tote Frauen gefunden. Sie lagen in der Wohnung der 30-Jährigen, die am Samstag leblos auf dem Boden des Gästezimmers in einer Passauer Pension gefunden worden war.

Laut einem Polizeisprecher war eine der beiden Frauen in Wittingen wohl ihre Lebensgefährtin. Diese soll Anwohnern zufolge Lehrerin und stets auffällig schwarz gekleidet gewesen sein. Die Identität der zweiten Frau ist laut Polizei noch völlig unklar.

Keine Armbrüste bei den toten Frauen gefunden

In der Wittinger Wohnung seien anders als in Passau keine Pfeile oder Armbrüste entdeckt worden, so ein Polizeisprecher auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. "Der Modus Operandi ist nicht zu vergleichen", so ein Ermittler. Weitere Informationen zu den Todesumständen der beiden Frauen gab es zunächst nicht. Eine Obduktion ist angeordnet.

Pfeile in den Passauer Leichen

Was sich in der Wohnung und in der Passauer Pension abgespielt haben könnte, liegt noch völlig im Dunkeln. In den Leichen eines 53-Jährigen und einer 33-Jährigen in Passau steckten mehrere Pfeile, wie Oberstaatsanwalt Walter Feiler sagte. Die beiden lagen Hand-in-Hand in einem Doppelbett. Die tote 30-Jährige lag auf dem Boden des Gästezimmers und hatte einen Pfeil im Körper stecken. Ein Abschiedsbrief sei nicht gefunden worden, auch kein Reisegepäck. In welcher Beziehung die drei zueinander standen, ist noch nicht bekannt.

30-Jährige erst vor Kurzem nach Niedersachsen gezogen

Dem Sprecher der Gifhorner Polizei zufolge lebte die in Passau tot aufgefundene 30-Jährige erst seit Anfang März in Wittingen. Sie stammte demnach wie der tot in Passau gefundene 53 Jahre alte Mann und die 33 Jahre alte Frau ursprünglich aus Rheinland-Pfalz. Die Frau sei offenbar wegen der Beziehung zu der 35-Jährigen nach Niedersachsen gezogen.

Frauen haben völlig unauffällig gelebt

Der Sprecher wies Spekulationen zurück, wonach die Frauen in Niedersachsen zur Gothicszene zählten. Es kursierten allerlei Gerüchte und Spekulationen, polizeilich seien die Frauen aber nie in Erscheinung getreten. Sie hätten völlig unauffällig gelebt.

© BR/Martin Gruber

Der mysteriöse Passauer Armbrust-Fall weitet sich aus. Es sind zwei weitere Leichen entdeckt worden. Es handelt sich um Frauen. Sie lagen tot in der Wohnung eines der drei Passauer Opfer.

Pickup mit Schriftzug "FMJ"

Die Polizei wartet jetzt auf das Ergebnis der Obduktionen. Für die Toten von Passau wird damit am Dienstag gerechnet. In der Zwischenzeit wird das soziale Umfeld der Toten genau durchleuchtet. Die Ermittler hoffen zudem auf Zeugenhinweise - unter anderem auch zu einem weißen Pickup mit dem Schriftzug "FMJ". Dieses Kürzel steht für "Full Metal Jacket" und ist laut BR-Informationen die Typenbezeichnung eines Carbon-Jagdpfeils des Herstellers Easton Hunting.

Ab 18 kann man eine Armbrust kaufen

In Deutschland ist die Jagd mit dem Bogen oder Armbrüsten laut Jagdgesetz verboten. Ab dem 18. Lebensjahr können Armbrüste aber frei erworben werden. Laut dem Deutschen Schützenbund (DSB) gibt es 3.000 Armbrustschützen in Deutschland. Ob auch die tot gefundenen Frauen oder der Mann Schützen waren oder ob sie die Armbrüste eigens kauften, bleibt ungewiss.

© pa/dpa/Christophe Gateau

Vor dem Haus, in dem die Leichen gefunden wurden, sperrte die Polizei mit Bändern ab

© pa/dpa/Christophe Gateau

Ein Ermittler betritt das Haus, in dem die Leichen gefunden wurden

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Ein Tatort-Ermittler rückt mit Koffern an