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Der Arbeitsmarkt in Bayern atmet im April auf - wegen der anhaltenden Corona-Krise aber nur teilweise.

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Arbeitsmarkt in Bayern zwischen Stillstand und Frühjahrsbelebung

Im April 2020 hat sich zum ersten Mal die Corona-Pandemie in den Arbeitslosenzahlen niedergeschlagen. Nach einem Jahr zeigen sich kleine Anzeichen der Besserung. Allerdings nicht für alle.

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Von
  • Eleonore Birkenstock

Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im April im Vergleich zum März wieder gesunken. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im April 282.182 Menschen in Bayern arbeitslos. Das waren 16.583 weniger als im März. Die Arbeitslosenquote sank demnach von 3,9 Prozent im März auf aktuell 3,7 Prozent.

Frühjahrsbelebung macht sich bemerkbar

Der Grund für die sinkenden Zahlen ist die für April übliche Frühjahrsbelebung. In den Daten der Arbeitsagenturen lässt sich das an den deutlich sinkenden Arbeitslosenzahlen bei Männern sehen. Sie arbeiten in Berufen, die vom Wetter abhängig sind, beispielsweise in der Baubranche oder in der Landwirtschaft.

Bayerischer Arbeitsmarkt zeigt "Licht und Schatten"

Der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart, spricht mit Blick auf die unterschiedliche Entwicklung in den Branchen von "Licht und Schatten": Bei der Zeitarbeit, im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheitssektor aber auch bei den Unternehmensdienstleistungen werden neue Mitarbeiter gesucht. Doch wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie würden in anderen Branchen Betriebe um ihre Existenz bangen.

"Die Leidenden sind natürlich immer noch die, die von der Krise stark betroffen sind: Gerade die Gastronomie, der Tourismus, der Messebau und andere Bereiche, wie der Einzelhandel, leiden sehr stark." Ralf Holtzwart, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen

Anzeigen zur Kurzarbeit sinken

Mithilfe des Kurzarbeitergeldes könnten Unternehmen weiterhin ihre Beschäftigten halten, so die Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit. Nach den aktuellsten Zahlen vom Januar waren in Bayern 588.141 Arbeitnehmer in Kurzarbeit, über 100.000 mehr als im Dezember. Seit Januar sinken dagegen die Anzeigen dafür: Haben Unternehmen Anfang des Jahres noch für 172.519 Männer und Frauen Kurzarbeit angemeldet, waren es im April nur noch 18.599 solcher Anmeldungen.

Wer arbeitslos wird, bleibt länger arbeitslos

Nun kommt eine schlechte Nachricht: Die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr ohne Arbeit sind, ist durch die Corona-Krise angestiegen. Im April 2021 gelten 75.138 Menschen in Bayern als langzeitarbeitslos, 28.707 Menschen mehr als vor einem Jahr. Das entspricht einer Steigerung von fast 62 Prozent. Auch wenn die Zahl der Stellenangebote langsam wieder steigt, sind Betriebe noch vorsichtig bei den Neueinstellungen. "Dadurch bleiben die Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, länger arbeitslos", sagt Behörden-Chef Ralf Holtzwart.

Ein Jahr Corona: Wann sind wir wieder auf Vorkrisenniveau?

Vor einem Jahr hat sich die Corona-Krise erstmals in den Daten des Arbeitsmarkts niedergeschlagen: Für Holtzwart ist deshalb der Vergleich der aktuellen Zahlen mit den aus der Zeit vor der Corona-Pandemie ausschlaggebend. Im April dieses Jahres waren 78.100 Menschen mehr arbeitslos als im gleichen Monat vor zwei Jahren. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung geht davon aus, dass das Vorkrisenniveau im Jahr 2022 wieder erreicht werden könnte.

Regionale Unterschiede in Bayern

Bayern ist bei der Beschäftigung und bei der Arbeitslosigkeit ein Land der Extreme: Der oberbayerische Landkreis Eichstätt ist und bleibt mit einer Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent die Region mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit. Hier herrscht Vollbeschäftigung, auch in Zeiten von Corona.

In Bayerns zweitgrößter Stadt sieht es anders aus: Nürnberg verzeichnet mit einer Quote von 6,6 Prozent die höchste Arbeitslosigkeit in Bayern. Vor einem Jahr lag dieser Wert hier noch bei 6,2 Prozent. Auch die Städte Hof (6,5 Prozent), Schweinfurt (6,3 Prozent) und Augsburg (6,3 Prozent) melden Arbeitslosenquoten von über sechs Prozent.

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Trotz der Corona-Pandemie ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern gesunken. In Unterfranken sank die Quote auf 3,3 Prozent. Das ist der niedrigste Wert in ganz Bayern. Im der Großstadt Nürnberg allerdings gibt es kaum Entspannung.

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