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Bayerischer Arbeitsmarkt Mai 2021

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Arbeitsmarkt in Bayern: Zeichen stehen auf Erholung

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai weiter gesunken. "Die Zeichen stehen auf Erholung", sagt der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart. Die Quote liegt nach Abklingen der dritten Corona-Welle aktuell bei 3,6 Prozent.

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Von
  • Tanja Oppelt

In Bayern waren im Mai 268.884 Menschen ohne Arbeit. Das entspricht einer Quote von 3,6 Prozent. Sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Mai vor einem Jahr ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken. Der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen Ralf Holtzwart ist sich daher sicher: "Die Zeichen stehen auf Erholung".

Mai 2020: Höhepunkt der Pandemie auf dem Arbeitsmarkt

Dass die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr gesunken sei, bezeichnete Holtzwart allerdings als "kein Wunder". Im Mai 2020 habe die Pandemie am Arbeitsmarkt ihren Höchststand erreicht. Seitdem hat sich der Arbeitsmarkt erholt. Aber verglichen mit früheren Jahren liege die Arbeitslosigkeit coronabedingt noch immer weit höher, so der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen.

Lockerungen geben Hoffnung, aber nicht alle profitieren

Der Impf-Fortschritt und die beschlossenen Lockerungen gäben allerdings Hoffnung. "Wir gehen davon aus, dass sich die besonders stark betroffenen Branchen wie zum Beispiel der Messebau und die Gastronomie in dem Maße, wie Lockerungen möglich sind, sehr rasch erholen werden", so der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen.

Es gebe aber auch Gruppen, die von den Lockerungen bisher nicht profitiert hätten, so Holtzwart weiter, das seien Langzeitarbeitslose, ältere Arbeitslose ab 55 Jahren und Menschen mit Behinderung, die einen Job suchen.

Unternehmen melden wieder mehr offene Stellen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg im Mai den vierten Monat in Folge an. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Baugewerbe und in der Zeitarbeit werden Arbeitskräfte gesucht. Die Kurzarbeit geht nach den Worten von Ralf Holtzwart weiter zurück.

Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem vergangenen Februar. Damals waren knapp 600.000 (593.550) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Nach Einschätzung des Chefs der bayerischen Arbeitsagenturen ist diese Zahl seitdem rückläufig. Die steigende Zahl der offenen Stellen sei dafür ein Indikator.

Beim Instrument der konjunkturellen Kurzarbeit werden die Lohnkosten für die betroffenen Arbeitnehmer für einige Tage pro Monat oder für die gesamte Arbeitszeit aus den Mitteln der Arbeitslosenversicherung bezahlt. Den Unternehmen ist es so in Krisenzeiten möglich, ihr Stammpersonal zu halten.

Ausbildungsbereitschaft der Betriebe hoch

Eine positive Nachricht gibt es auch für alle Jugendliche in Bayern, die einen Ausbildungsplatz suchen. Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in Bayern sei hoch, heißt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Rein rechnerisch kommen auf zehn gemeldete Bewerberinnen und Bewerber rund 16 Ausbildungsstellen.

Oberpfalz ist Bezirk mit niedrigster Arbeitslosenquote

Im Vergleich zwischen den Regierungsbezirken ist die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz am stärksten zurückgegangen, um 0,3 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Das ist gleichzeitig die niedrigste Quote unter den Bezirken.

Dass die Oberpfalz so vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie kommt, liegt nach den Worten von Ralf Holtzwart vor allem an den strukturellen Veränderungen in den vergangenen 20 Jahren. "Die Oberpfalz hat die höchste Industriedichte in Bayern und gleichzeitig eine stark geprägte Land- und Forstwirtschaft, also eine sehr heterogene Struktur. Das zahlt sich aus", so Holtzwart.

Höchste Quote in Hof und Nürnberg – niedrigste in Eichstätt

Bei den Landkreisen und kreisfreien Städten teilen sich aktuell die Städte Hof und Nürnberg den letzten Platz. In den beiden Städten liegt die Arbeitslosenquote bei jeweils 6,3 Prozent. Danach folgen die Stadt Augsburg (6,0 Prozent) und die Stadt Fürth (5,8 Prozent).

Am niedrigsten ist die Quote im Landkreis Eichstätt mit 1,9 Prozent, gefolgt vom Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz (2,0 Prozent) und dem Landkreis Donau-Ries (2,1 Prozent).

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