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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Patrick Seeger

Arbeitsmarkt Februar

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Bayerischer Arbeitsmarkt: Stabil dank Kurzarbeit

In Bayern waren Mitte Februar knapp 317.000 Menschen arbeitslos. Gegenüber Februar 2020 gibt es kaum eine Veränderung. Ohne Kurzarbeit wäre die Zahl allerdings viel höher, berichtet heute die bayerische Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.

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Von
  • Wolfram Weltzer

Dass sich zwischen Januar und Februar am bayerischen Arbeitsmarkt nicht viel bewegt, ist typisch: Arbeitslose in wetterabhängigen Außenberufen, etwa in Land- und Forstwirtschaft oder am Bau, werden frühestens im März wieder eingestellt.

So sank die Zahl der Arbeitslosen um lediglich 159. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,2 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote, die auch Menschen erfasst, die zum Stichtag Mitte des Monats an Maßnahmen wie Weiterbildung oder Sprachkursen teilnahmen oder krank waren, liegt mit 5,2 Prozent höher.

Pandemie-Folgen vor allem bei der Kurzarbeit

"Arbeitslosigkeit ist nur ein kleiner Teil der Auswirkungen der Pandemie", sagt Ralf Holtzwart, Chef der Regionaldirektion. "Der größte Anteil zeigt sich in der Kurzarbeit." Im November waren über 423.000 Beschäftigte im Freistaat von Kurzarbeit betroffen. Aktuelle Zahlen hat er nicht, weil die Betriebe Kurzarbeit zwar bei den Arbeitsagenturen anmelden, aber erst im Nachhinein abrechnen, für wie viele Beschäftigte sie das Instrument tatsächlich genutzt haben.

Holtzwart geht davon aus, dass die Zahl aktuell deutlich höher ist, weil seit Beginn des zweiten Lockdowns von Monat zu Monat neue Meldungen aus den Betrieben kamen.

Im Vergleich zum Februar 2020 zeigt sich, dass Corona und die Gegenmaßnahmen die Arbeitslosigkeit in Bayern um knapp ein Drittel nach oben gehen ließen. Vor einem Jahr waren knapp 73.000 Menschen weniger arbeitslos als jetzt.

Große Städte und Tourismusregionen leiden besonders

In der Landeshauptstadt München stieg die Arbeitslosenquote innerhalb eines Jahres von 3,7 auf 5,3 Prozent. Holtzwart führt das auf den hohen Anteil von Handel und Dienstleistungen zurück. Noch deutlicher ist der Anstieg in einigen Alpenlandkreisen, etwa in Garmisch-Partenkirchen oder im Oberallgäu, wo die Zahl der Arbeitslosen um mehr als die Hälfte gestiegen ist.

Die oberfränkische Stadt Hof meldet eine Arbeitslosenquote von 7,2 Prozent, gefolgt von den Städten Straubing und Schweinfurt mit jeweils 6,8 Prozent. Hier gehen die Arbeitsagenturen davon aus, dass weniger die Pandemie als generelle Strukturprobleme des Arbeitsmarkts für hohe Arbeitslosigkeit sorgen.

Guter Branchenmix hilft gegen Arbeitslosigkeit

Unter den bayerischen Regierungsbezirken verzeichnet Unterfranken mit derzeit 3,7 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote, gefolgt von Schwaben mit 3,8 Prozent. "Das liegt am guten Branchenmix", sagt Agenturchef Holtzwart und weist auf den hohen Anteil von Dienstleistungen und Gesundheitswesen in Unterfranken hin. In Schwaben hätten auch die Alpenlandkreise relativ viel Industrie. Das erkläre den Unterschied zwischen vom Einbruch des Tourismus ähnlich betroffenen Landkreisen.

Das Oberallgäu verzeichnet derzeit eine Quote von nur 3,5, Garmisch-Partenkirchen dagegen 4,8 und das Berchtesgadener Land sogar 5,7 Prozent.

Optimistische Prognose für das Frühjahr

Holtzwart rechnet mit einem von Corona nicht getrübten Aufschwung am bayerischen Markt. Vor allem Niederbayern, mit 4,6 Prozent Arbeitslosigkeit derzeit Schlusslicht unter den Bezirken, werde davon profitieren und sich gemeinsam mit der Oberpfalz wahrscheinlich wieder an die Spitze setzen. In beiden Regierungsbezirken ist der Anteil der Außenberufe besonders hoch.

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