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Arbeitsmarkt Bayern: Anzeigen auf Kurzarbeit steigen deutlich | BR24

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Im Januar 2021 zeigen viele Unternehmen in Bayern Kurzarbeit an. Wetterbedingt steigt auch die Arbeitslosigkeit.

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Arbeitsmarkt Bayern: Anzeigen auf Kurzarbeit steigen deutlich

Die Unternehmen in Bayern wollen verstärkt Kurzarbeit anmelden. Auch die Zahl der Arbeitslosen ist gestiegen. Laut Experten ist bei der höheren Arbeitslosigkeit aber nicht die Corona-Krise der Grund, sondern der Wintereinbruch.

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Von
  • Tanja Oppelt

Die Auswirkungen des aktuellen Corona-Lockdowns zeigten sich sehr deutlich in den Zahlen zur Kurzarbeit, sagt der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart. Nach Angaben der bayerischen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit haben bereits im Dezember Unternehmen in Bayern für knapp 124.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im Januar sind noch einmal Anzeigen für weitere rund 125.000 Mitarbeiter dazu gekommen. Das seien aber nur die Absichtserklärungen der Unternehmen, erklärt Holtzwart. Wie viele Arbeitnehmer dann tatsächlich in Kurzarbeit gehen, wird in der Statistik erst in einigen Monaten sichtbar sein. Hochgerechnete Daten liegen im Moment für den vergangenen Oktober vor: Demnach befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Bayern knapp 370.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Aufgrund des Lockdowns dürfte diese Zahl im Moment aber deutlich höher liegen.

Zahl der Arbeitslosen steigt saisonbedingt

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist von Dezember bis Januar deutlich angestiegen. Insgesamt waren im Januar 316.791 Menschen arbeitslos gemeldet, 41.724 mehr als im Dezember. Die Quote stieg um 0,6 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Nach Angaben von Ralf Holtzwart ist der Zuwachs saisonal bedingt. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit entspreche ziemlich genau dem Anstieg im vergangenen Jahr. Aufgrund der Witterung könnten viele Beschäftigte im Baugewerbe sowie in der Land- und Forstwirtschaft im Moment nicht arbeiten.

Corona: Arbeitslosigkeit steigt auch im Vorjahresvergleich

Allerdings ist wegen der Corona-Krise die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Januar 2020 ebenfalls deutlich gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind in Bayern 67.289 Menschen mehr ohne Arbeit. Die Quote lag vor einem Jahr bei 3,3 Prozent – im Vergleich zu 4,2 Prozent aktuell.

Weniger offene Stellen als vor einem Jahr

Zurückgegangen ist auch die Zahl der offenen Stellen in Bayern. Aktuell sind bei den bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcentern knapp 92.000 unbesetzte Stellen gemeldet, gut 18 Prozent weniger als vor einem Jahr. Besonders in der Gastronomie werden deutlich weniger Arbeitskräfte gesucht: Minus 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dagegen boomt die Informations- und Kommunikationsbranche: Sie verzeichnet ein Plus an offenen Stellen von knapp 90 Prozent. Als positiv bewertete der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart, dass sich die Corona-Krise zumindest im Moment nicht in der Zahl der Unternehmensinsolvenzen zeigt. Es bleibe aber abzuwarten wie sich die Situation entwickle, wenn die staatlichen Hilfen auslaufen.

Oberbayern leidet am stärksten unter Corona-Krise

Oberbayern leidet im Vergleich mit den anderen Regierungsbezirken am stärksten unter der Corona-Krise. Die Arbeitslosenquote stieg innerhalb eines Jahres um mehr als ein Drittel an – von 3,1 auf 4,2 Prozent. Besonders betroffen ist nach Angaben von Ralf Holtzwart die Landeshauptstadt München. Hier seien überdurchschnittlich viele Arbeitnehmer im Dienstleistungsbereich beschäftigt, dem die Corona-Krise besonders zu schaffen macht. Ebenfalls stark betroffen sind die touristisch geprägten Regionen wie das Berchtesgadener Land und das Gebiet um Garmisch-Partenkirchen.

Auch Schwaben stark von Arbeitslosigkeit betroffen

Das Gleiche gilt für die alpenländischen Tourismus-Regionen in Schwaben. Nach Oberbayern muss Schwaben den zweitstärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist verzeichnen.

Höchste Arbeitslosenquote in Hof – niedrigste in Eichstätt

Aktuell verzeichnet die Stadt Hof mit 7,0 Prozent die höchste Arbeitslosenquote im Freistaat, gefolgt von der Stadt Schweinfurt (6,9 Prozent) und den Städten Nürnberg und Straubing (jeweils 6,8 Prozent). Bayernweit am niedrigsten ist die Quote im Landkreis Eichstätt mit 2,2 Prozent. Besonders niedrige Werte verzeichnen auch der Landkreis Donau-Ries (2,6 Prozent) sowie die Landkreise Unterallgäu, Würzburg und Neumarkt in der Oberpfalz (jeweils 2,7 Prozent).

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