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Hohe Arbeitslosigkeit bei Geflüchteten

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Arbeitslosigkeit bei Geflüchteten während Corona stark gestiegen

Laut einer aktuellen Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, ist die Arbeitslosigkeit bei Geflüchteten durch die Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Experten sagen, die Pandemie habe die Integration unterbrochen.

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Von
  • Gisela Staiger
  • Florian Deglmann

Die Corona-Pandemie hat es vielen Geflüchteten schwer gemacht, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Eine aktuelle Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt die Gründe auf und offenbart die nackten Zahlen: Ein Vergleich der Monate Dezember 2019 und 2020 hat gezeigt, dass während die Arbeitslosigkeit in der Gesamtbevölkerung um lediglich einen Prozentpunkt gestiegen ist, sie bei den Geflüchteten um 2,7 Prozentpunkte anstieg.

Corona-Lockdown erschwert Berufseinstieg für Geflüchtete

Zu den Leidtragenden gehört auch Mariam Alashkar. Die Syrerin ist alleinerziehend und auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz im medizinischen Bereich. Im Februar 2020 hatte die Mutter einer vierjährigen Tochter ihren Sprachkurs auf B2-Niveau erfolgreich abgeschlossen. Doch der Zeitpunkt kurz vor dem ersten Lockdown war denkbar schlecht für den Berufseinstieg.

Pro Woche schreibe sie zwei Bewerbungen, sagt Mariam Alashkar. Die Ausbeute sei ernüchternd: Bisher habe noch niemand auf ihre Anschreiben reagiert.

In ihrer Heimat hat die 33-Jährige Tourismus studiert. Danach arbeitete sie aber als Journalistin bei einem syrischen Fernsehsender. Jetzt vertieft sie weiter ihre Sprachkenntnisse, um für den deutschen Arbeitsmarkt fit zu sein. Doch noch ist ihr Weg steinig: "Ich bin ehrgeizig, ich hatte viele Träume in Deutschland. Ich dachte, wenn ich B2 abschließe, dann finde ich sofort eine Arbeit, aber dann kam Corona und hat alles vernichtet, was ich geplant hatte."

IAB-Studie: Stopp von Sprachkursen mitverantwortlich

Der Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge, hat vor allem der pandemiebedingte Stopp von Sprachkursen und Qualifizierungen zu einem überdurchschnittlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei geflüchteten Menschen geführt. Laut dem Migrationsexperten des IAB, Prof. Herbert Brücker, hatte das Institut erwartet, dass ohne die Pandemie die Beschäftigungsquote der Geflüchteten in 2020 um fünf bis acht Prozentpunkte steigen würde. In Wirklichkeit stieg die Quote aber nur um einen Prozentpunkt.

"Insofern kann man davon sprechen, dass die Integration unterbrochen worden ist. Das gilt sowohl für den Ausbildungs-, als auch für den Arbeitsmarkt." Prof. Herbert Brücker, Migrationsexperte, IAB

Experte: Je mehr Zeit vergeht, desto schlimmer wird es

Für Brücker ist Mariam Alsahkar ein typisches Beispiel für das aktuelle Phänomen bei Geflüchteten in Deutschland: "Das ist genau die Gruppe von Menschen, die im Jahr 2020 oder 2021 sehr gute Chancen gehabt hätte, in den Arbeitsmarkt zu kommen. Und diese Chancen konnten sich durch die Pandemie nicht realisieren."

Je länger die Menschen warten müssten, umso größer sei auch die Gefahr, dass die Motivation und damit verbunden auch gewisse Qualifikationen wie die Sprachkompetenz verloren gehen könnten. Und das mache die spätere Arbeitsmarktintegration wiederum schwieriger. "Insofern ist die Pandemie für die Geflüchteten ein besonders tragisches Ereignis."

Seit fast eineinhalb Jahren bezieht Mariam Alashkar nun schon Hartz IV. Die Syrerin hofft, dass durch die Lockerungen auch ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt wieder steigen. Sie habe einen Betreuungsplatz für ihre Tochter und könnte jederzeit loslegen. Wenn denn mal eine Antwort auf ihre Bewerbungen käme.

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Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist die Arbeitslosigkeit bei geflüchteten Menschen in Folge der Corona-Pandemie deutlich gestiegen.

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