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Arbeitsmarkt im November: Teil-Lockdown noch nicht spürbar

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    Arbeitslosenquote in Bayern: Teil-Lockdown noch nicht spürbar

    Die Arbeitslosenquote in Bayern ist im November um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent gesunken. Der aktuelle Teil-Lockdown macht sich in der Statistik allerdings noch nicht bemerkbar. Die Tendenz bei der Kurzarbeit steigt wieder deutlich.

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    Von
    • Oliver Tubenauer

    In diesem November habe es in Bayern bei der Beschäftigung noch Nachholeffekte gegeben – so hätten in diesem Monat deutlich mehr Arbeitslose eine Beschäftigung aufgenommen als im November 2019. Gleichzeitig habe der erneute Teil-Lockdown noch keine gravierenden Auswirkungen auf die Arbeitsmarkt-Statistik, analysiert der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart die aktuelle Situation.

    "Nachholeffekte" könnten gebremst werden

    Die "Nachholeffekte" bei der Beschäftigung hätten sich insbesondere im Handel ausgewirkt, so Holtzwart. Handel und Gastgewerbe waren von den Corona-Maßnahmen im Frühjahr besonders betroffen – im Gastgewerbe schlägt der erneute Lockdown allerdings wieder voll durch – mit 46,6 Prozent weniger gemeldeten Stellen als noch im Oktober. Insgesamt waren in Bayern im November 270.682 Menschen ohne Arbeit, das sind 7.301 weniger als im Oktober, aber 71.532 mehr als vor einem Jahr.

    Steigende Tendenz bei der Kurzarbeit

    Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist somit weiterhin fragil. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei rückläufig, erklärt Holtzwart. Dies sei besonders in den Branchen zu erkennen, die unmittelbar von den Beschlüssen zum Teil-Lockdown betroffen sind. Die Beschäftigungsentwicklung werde von Branchen stabilisiert, die weniger vom aktuellen Strukturwandel betroffen sind. Eine deutliche Zunahme ist bei der Kurzarbeit zu verzeichnen. Die BA hat dazu erstmals Zahlen präsentiert, die sich auf den aktuellen Berichtsmonat beziehen. Demnach waren im November 69.281 Menschen von Kurzarbeit betroffen. Im Oktober waren es noch 25.514. Angesichts des zeitlich ausgeweiteten Teil-Lockdowns rechnet Holtzwart damit, dass die Zahl der Kurzarbeiter in den kommenden Monaten weiter steigen wird.

    Kurzarbeitergeld wirkt

    Holtzwart sieht im Instrument des Kurzarbeitergeldes und in der Finanzhilfe der Bundesregierung aber "Instrumente, die greifen". Die Unternehmen würden nach wie vor an ihren Mitarbeitern festhalten. Dass die Krise aber dennoch ihren Preis habe, zeige der Vorjahresvergleich. Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat liege knapp 36 Prozent über dem Vorjahresniveau.

    Regionale Unterschiede

    Nach wie vor gibt es bei den Arbeitslosenzahlen erhebliche regionale Unterschiede. Vergleicht man die bayerischen Städte und Landkreise untereinander, so nimmt der Landkreis Eichstätt auch im November den Spitzenplatz ein mit einer gleichbleibenden Arbeitslosenquote von nur 1,9 Prozent. Bayernweit am höchsten ist die Quote weiterhin in der Stadt Schweinfurt mit 6,5 Prozent. Sie ist allerdings im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte gesunken. Nach Holtzwarts Einschätzung haben sich die strukturellen Probleme schon im vergangenen Jahr auf den Arbeitsmarkt in der Region Schweinfurt ausgewirkt und die Arbeitslosenzahlen in Höhe getrieben. Nun komme die Corona-Pandemie noch hinzu.

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