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Arbeitslosenquote in Bayern im August über vier Prozent | BR24

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Arbeitsmarkt August 2020

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Arbeitslosenquote in Bayern im August über vier Prozent

Die Arbeitslosenquote in Bayern ist im August auf 4,1 Prozent gestiegen. Der Anstieg fiel mit 0,2 Prozentpunkten deutlicher aus als in den Monaten zuvor. Das hat vor allem saisonale Gründe, weil sich im Sommer viele Schulabgänger arbeitslos melden.

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Mit der Corona-Pandemie habe der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im August nichts zu tun, sagte der stellvertretende Chef der bayerischen Arbeitsagenturen Klaus Beier. Im Gegenteil – in Bezug auf die Corona-Krise sprach Beier von einem "zarten Pflänzchen der positiven Entwicklung". Insgesamt waren im August 307.909 Menschen in Bayern ohne Arbeit, das sind 12.244 mehr als im Juli und 88.727 mehr als vor einem Jahr.

Positive Entwicklung nicht aufs Spiel setzen

Im April war der Arbeitsmarkt regelrecht eingebrochen, aber seitdem hat sich die Talfahrt kontinuierlich verlangsamt. Im August haben laut Beier weniger Menschen ihren Job verloren als in den Monaten zuvor. Der Anstieg der Arbeitslosenquote gehe vor allem auf arbeitslose Schul- und Studienabgänger zurück, so Beier. Hoffnung macht Beier, dass die Zahl der offenen Stellen vier Monate in Folge gestiegen sei. Er warnte aber gleichzeitig vor einer "Unachtsamkeit im Umgang mit Corona". Sie könnte die positive Entwicklung aufs Spiel setzen.

Kurzarbeit: Höchststand überschritten

Was den Bedarf an Kurzarbeit angeht, scheint der Höchststand überschritten. Im August zeigten die bayerischen Unternehmen für knapp 29.000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen Kurzarbeit an. Im Juli lag diese Zahl noch bei gut 50.000. Die Anzeige auf Kurzarbeit ist aber nur eine Absichtserklärung der Unternehmen. Wie viele Beschäftigte dann tatsächlich in Kurzarbeit gehen, erfahren die Arbeitsagenturen erst am Ende des jeweiligen Monats. Konkrete Zahlen liegen inzwischen für den Mai vor: In diesem Monat befanden sich knapp 1,14 Millionen Arbeitnehmer in Bayern in Kurzarbeit.

Stabiler Arbeitsmarkt vor allem in Ostbayern

Regional ist die Arbeitslosenquote in Bayern sehr unterschiedlich. Die niedrigste Quote verzeichnete im August der Landkreis Eichstätt mit 2,3 Prozent. In der Stadt Schweinfurt lag die Quote bayernweit am höchsten bei 7,6 Prozent. Besonders stabil ist der Arbeitsmarkt in Ostbayern. Die Regierungsbezirke Oberpfalz (3,6 Prozent Arbeitslosigkeit) und Niederbayern (3,8 Prozent) belegen die Plätze eins und zwei beim Ranking der einzelnen Bezirke. Vor allem die Bauwirtschaft und die Landwirtschaft stabilisieren die ostbayerischen Regionen. Diese Branchen waren von der Corona-Pandemie bisher kaum betroffen.

Auf dem letzten Platz der Regierungsbezirke liegt Mittelfranken (4,8 Prozent). Der Bezirk habe immer noch mit den Folgen des Niedergangs alter Industrien zu kämpfen, so Klaus Beier. Was den stellvertretenden Chef der bayerischen Arbeitsagenturen optimistisch stimmt: Die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen sind bei jungen Arbeitnehmern unter 25 Jahren sehr beliebt. Die junge Generation findet dort zunehmend Arbeit in modernen Branchen wie dem IT-Bereich oder in der Medienbranche.

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