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Arbeiter-Samariter-Bund rechnete mehrere Millionen zu viel ab | BR24

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Falsche Abrechnungen in Millionenhöhe: Wirtschaftsprüfer bestätigen Vorwürfe gegen Arbeiter-Samariter-Bund Bayern

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Arbeiter-Samariter-Bund rechnete mehrere Millionen zu viel ab

Der Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bundes hat mehrere Millionen Euro zu viel abgerechnet. Das geht aus dem Zwischenbericht externer Wirtschaftsprüfer hervor. Wie viel Schaden genau bei den Krankenkassen entstanden ist, ist bisher unklar.

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Ein Zwischenbericht externer Wirtschaftsprüfer bestätigt nun die Vorwürfe gegen den bayerischen Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB): Demnach seien tatsächlich über Jahre hinweg Millionen Euro zu viel an Mehrkosten abgerechnet worden.

Arbeiter-Samariter-Bund sagt vollständige Kooperation zu

Zwischen 2009 und 2016 seien ungerechtfertigte Mehrkosten "im mittleren einstelligen Millionenbereich abgerechnet" worden. Zur genauen Summe gibt es derzeit noch keine Angaben. In bisherigen Medienberichten war von einer Schadenssumme von etwa fünf Millionen Euro die Rede, die den Krankenkassen entstanden ist.

Nach eigenen Angaben kooperiert der ASB Bayern bei den Ermittlungen mit der Staatsanwaltschaft und den Krankenkassen. Auch personelle Konsequenzen habe es schon gegeben: Die Mitglieder der vorherigen Landesgeschäftsführung des ASB hätten ihren Dienst quittiert, so der ASB.

ASB will Kontrollmechanismen überdenken

"Der ASB Bayern toleriert kein Fehlverhalten. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und klären den Sachverhalt vollständig und transparent auf", sagte ASB-Landesgeschäftsführer Jarno Lang. Er hatte sein Amt selbst erst im März dieses Jahres angetreten, zuvor hatte Thomas Klüpfel jahrelang die Geschäfte des Landesverbandes geleitet.

Außerdem kündigte der ASB an, seine Kontrollsysteme zu verbessern, um derartigen Betrug in Zukunft zu verhindern. Unklar ist jedoch noch, wie genau die Abrechnungen manipuliert worden sind und warum die zuständige Abrechnungsstelle der Kassen den Betrug nicht bemerkt hat. Ebenfalls unbekannt ist, ob und wie der Arbeiter-Samariter-Bund das zu viel abgerechnete Geld zurückzahlen muss.

Vorwurf: Geld soll auch auf die Konten der Chefs geflossen sein

Bekannt geworden waren die Betrugsvorwürfe in diesem Frühjahr. Die "Nürnberger Nachrichten" hatten zuerst darüber berichtet. Dabei war auch die Rede davon, dass sich leitende Angestellte selbst bereichert hätten. Der langjährige Landesvorsitzende Hans-Ulrich Pfaffmann und Landesgeschäftsführer Lang hatten diesen Vorwurf entschieden zurückgewiesen. Im Fall der ungerechtfertigten Mehrkosten versprachen sie aber Aufklärung.

Ende April hatten die Krankenkassen eigene Ermittlungen angestellt und daraufhin die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth informiert. Im Juni waren dann die Geschäftsräume der ASB-Landesgeschäftsstelle in Erlangen durchsucht worden.

© Henri Lay/BR

Die Vorwürfe, der Arbeiter-Samariter-Bund Bayern (ASB) habe falsch mit den Krankenkassen abgerechnet und einige Millionen Euro zu viel kassiert, haben sich erhärtet. So das Fazit des Zwischenberichts der Wirtschaftsprüfer. Auch die Justiz ermittelt.