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Arbeit für Menschen mit Handicap | BR24

© pa/dpa

retex

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    Arbeit für Menschen mit Handicap

    Werte zu schaffen, ist ein gutes Gefühl. Was eher platt klingt, gewinnt gerade für Menschen mit einem Handicap fundamental an Bedeutung. Das Beispiel der Firma retex aus Regensburg macht dies deutlich.

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    "retex" in Regensburg ist anders als viele Behinderten-Werkstätten: Noch nie wurden hier Teppiche geknüpft oder Tücher gebatikt, die dann in Magazinen verstauben. Statt oft unverkäuflicher Deko-Objekte entstehen in den Produktionshallen im Regensburger Osten gefragte Produkte: Kabelbäume für den Automobilzulieferer Continental, Transportkisten für BMW oder Teile von LED-Leuchten für den Lampen-Riesen Osram.

    Produkte schaffen, die gebraucht werden

    Die Regensburger Firma retex gehört zu den ältesten und wirtschaftlich erfolgreichsten Selbsthilfe-Einrichtungen in Bayern. 30 Jahre nach der Gründung als kleine Initiative gibt retex heute rund 300 Menschen mit Handicap in ganz Ostbayern eine echte Perspektive am Arbeitsmarkt. Seit sechs Jahren arbeitet Christine S. bei retex. Sie ist gelernte Industriekauffrau, die nach einer psychischen Erkrankung angefangen und wieder Stabilität im Leben gefunden hat.

    "Ja, als beeinträchtigter Mensch Struktur zu haben und Aufgaben zu machen, die anspruchsvoll sind, macht Spaß." Christine S., Mitarbeiterin retex

    Hydraulikpumpen für LKW Dächer werden hier montiert. Mehr als 30 regionale Firmen lassen bei retex produzieren. Auch Catering und Mittagessen für Kindergärten liefert die eigene Großküche.

    "Wir haben schon von Anfang an für die Industrie gearbeitet und das ist auch das, was gut angekommen ist, weil jeder einfach das Gefühl gehabt hat, man macht was, was gebraucht wird." Helmut Endl, Geschäftsführer retex

    Das motiviert die Mitarbeiter, die meisten haben studiert oder eine Lehre gemacht. Rund 350 Euro monatlich verdienen die Menschen hier. Zu einem großen Teil trägt sich retex selbst, der Rest kommt von Spenden und Fördergeldern.

    "Wir haben alle schon am ersten Arbeitsmarkt gearbeitet, wir sind leider erkrankt. Aber es ist gut, dass es sowas gibt und das es für so Menschen noch eine Beschäftigung gibt, das man gebraucht wird." Brigitte R., Mitarbeiterin retex