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Aprilwetter: So wappnen sich schwäbische Obst- und Gemüsebauern | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

Die Obstbauern haben mit dem erneuten Frost ganz schön zu kämpfen. Doch das Problem liegt woanders.

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Aprilwetter: So wappnen sich schwäbische Obst- und Gemüsebauern

Der April, der macht was er will: Diese altbekannte Wetterregel dürfte Hobbygärtner gerade zur Verzweiflung bringen. Zwischen Frühsommer und Schneesturm schwanken die Temperaturen. So wappnen sich die schwäbischen Obst- und Gemüsebauern.

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Von
  • Judith Zacher
  • Anna Klein
  • Julia Haas

Eigentlich wollten sie diese Woche Salat, Blumenkohl und Kraut einpflanzen, doch stattdessen müssen die Gärtner in Gundelfingen umdisponieren. Denn das Aprilwetter mit Minusgraden und Schneeschauern macht den schwäbischen Gartenbauern einen Strich durch die Rechnung.

In der schwäbischen Gartenstadt wurde die Gemüsesaison schon vor Ostern eingeläutet: Die ersten Setzlinge sind bereits in die Felder gepflanzt - jetzt müssen sie mit einem Flies vor Kälte geschützt werden.

Setzlinge überstehen die Kälte mit einer Abdeckung

"Sind die kleinen Pflänzchen mal angewachsen, halten sie aber schon was aus", erklärt Verena Seifried von der Gemüsegärtnerei Seifried. Frostige Temperaturen könne es schließlich noch bis Mitte Mai geben. Bereits erntereif ist das Gemüse im Gewächshaus: Roter Rettich, Salat und Radieschen können seit Ostern geerntet werden, denn hier haben die Gundelfinger etwas nachgeholfen – und geheizt.

Obstbauern besorgt

Auch für die Obstbauern der Region bedeuten die Minusgrade aktuell mehr Arbeit. Obstbauer Ulrich Zott aus dem Landkreis Augsburg kontrolliert gerade täglich die Blüten an den Obstbäumen. An den Aprikosenbäumen lassen sich erste Schäden abschätzen: 30 Prozent sind bereits kaputtgegangen.

Das Problem ist der milde Winter

Der Kälteeinbruch im April sei nicht das Problem, berichtet Obstbauer Zott, sondern die milden Winter. Die letzten Wochen war es eigentlich zu warm und die Pflanzen haben bereits angefangen zu blühen – und das zwei bis drei Wochen früher als vorgesehen. Kommt dann wieder ein starker Frost, ist die Ernte gefährdet.

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Bildrechte: BR / Julia Haas

Der April, der macht was er will: Diese altbekannte Wetterregel dürfte Hobbygärtner gerade zur Verzweiflung bringen. Zwischen Frühsommer und Schneesturm schwanken die Temperaturen. So wappnen sich die schwäbischen Obst- und Gemüsebauern.

Äpfel und Birnen verkraften den Temperatureinsturz

Besser als bei den Aprikosen sieht die Bilanz bei Äpfeln und Birnen aus: Weil sie später blühen, haben sie die frostigen Temperaturen im Augsburger Land bisher gut verkraftet. Entwarnung für die diesjährige Obstblüte gibt es allerdings noch nicht, denn in der kommenden Nacht sind nochmal Tiefstwerte von minus sieben Grad vorhergesagt.

Im Notfall hilft heizen

Für Hobbygärtner gilt: Salat und Radieschen überstehen das Aprilwetter mit einer Abdeckung, bei ganz eisigen Temperaturen hilft in einem kleinen Beet auch schon mal eine Kerze. Tomaten oder Gurken kommen erst nach den Eisheiligen im Mai nach draußen und für den Obstbaum im eigenen Garten empfiehlt sich laut Obstbauer Zott die Zwetschge, denn die Frucht gilt als sehr robust.

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