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Appell an Spazier- und Gassigänger: Wildtiere nicht mitnehmen | BR24

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Immer mehr Spaziergänger sammeln grundlos junge Wildtiere auf, in der Annahme, dass diese Hilfe brauchen. Aufgrund der Pandemie sind mehr Spaziergänger unterwegs als in den Vorjahren. Die Wildtierhilfe Mittelfranken in Ansbach schlägt Alarm.

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Appell an Spazier- und Gassigänger: Wildtiere nicht mitnehmen

Die Wildtierhilfe Mittelfranken in Ansbach appelliert an Spaziergänger, Wildtierjunge nicht anzufassen oder gar mitzunehmen. Gerade Rehkitze und junge Feldhasen würden häufig Opfer falsch verstandener Tierliebe.

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Von
  • Markus Balek

Immer mehr Spaziergänger sammeln grundlos junge Wildtiere auf, in der Annahme, dass diese Hilfe brauchen. Gerade Rehkitze und junge Feldhasen würden häufig Opfer falsch verstandener Tierliebe und Empathie, so Carmen Frisch von der Wildtierhilfe Mittelfranken mit Sitz in Ansbach im BR-Interview. Die Tiere würden meist bewusst vom Muttertier allein abgelegt.

Wildtiere grundlos mitzunehmen ist strafbar

Auch wenn sie bewegungslos liegen blieben, bräuchten sie in der Regel keine Hilfe. Immer wieder würden Spaziergänger Tiere einfach mitnehmen, um sie bei Tierärzten abzugeben oder sie selbst zu Hause zu pflegen. Wildtiere grundlos mitzunehmen erfüllt den Tatbestand der Wilderei. Es drohe sogar eine Anzeige, so Carmen Frisch weiter. Auch Jagdrevierpächter Simon Deffner aus Kettenhöfstetten (Lkr. Ansbach) betont, dass Wildtiere nicht angefasst werden sollten.

"Wir sind zwar am Land, aber ich habe mit Entsetzen festgestellt, dass Arbeitskollegen mal ein einsames Rehkitz gefunden und mitgenommen haben. Normalerweise sollte man wissen, dass man ein Wildtier schon mal gar nicht anfasst." Simon Deffner, Jagdrevierpächter Kettenhöfstetten

Sollten besorgte Bürger Tierjunge finden, könnten sie sich jederzeit an die Wildtierhilfen, Jagdpächter oder die Polizei wenden. Die Nummern seien ganz einfach zu googeln, da es Jägerschaften in jeder Stadt gebe, so Carmen Frisch weiter.

"Man soll sich aber auch nicht scheuen die Polizei zu rufen. Jede Polizeistation hat eine Liste mit allen wichtigen Kontakten zu Wildtierorganisationen und wird diese dann verständigen.“ Carmen Frisch, Vorsitzende Wildtierhilfe Mittelfranken

Gefordert: Rücksicht von Reitern und Hundehaltern

Die Zahl an entführten Wildtiere sei gerade in der Pandemie stark angestiegen, da mehr Spaziergänger unterwegs seien als üblich, so die Wildtierhilfe weiter. Zudem sollten Hunde von April bis Mitte Juli, in der Brut- und Setzzeit, stets an der Leine bleiben. Reiten darf man in der freien Landschaft nur auf Fahrwegen, nicht auf Gehwegen oder auf gekennzeichneten Reitwegen.

Spaziergänger auf Feld- und Gehwegen

Spaziergänger dürfen in diesem Zeitraum landwirtschaftliche Flächen wie Wiesen und Felder nicht betreten, sondern sind angehalten auf den Wegen zu bleiben, so steht es im bayerischen Naturschutzgesetz, sagt Carmen Frisch. Aber entweder wisse es niemand oder es wolle sich keiner daranhalten, so Jagdrevierpächter Simon Deffner.

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