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App sucht bei Diespeck nach Straßenschäden | BR24

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Per App und mit einem Handy an der Windschutzschreibe prüft ein neues System Straßen im "Vorbeifahren" auf Schäden.

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App sucht bei Diespeck nach Straßenschäden

Per App und mit einem Handy an der Windschutzschreibe prüft ein neues System Straßen im "Vorbeifahren" auf Schäden: In Baden-Württemberg setzen schon mehrere Orte auf dieses Tool – in Bayern ist der Landkreis Neustadt/Aisch Vorreiter.

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Der Sprinter des Bauhofs Diespeck hat ein neues Werkzeug mit an Bord: Ein Mobiltelefon klebt an der Windschutzscheibe, zeichnet während der Fahrt Bilder der Straßen auf, über die das Einsatzfahrzeug rollt. Im Vorbeifahren werden die Straßen untersucht. Anschließend analysiert ein spezielles Computer-Programm die Bilder.

Künstliche Intelligenz wertet Daten aus

Die Bilder werden verknüpft mit GPS-Daten. Die nehmen sogar Erschütterungen wahr, die auf Bodenwellen oder Schlaglöcher hindeuten. Und aus all diesen Daten erstellt das Programm eine Karte, die die einzelnen Straßenabschnitte mit Schulnoten bewertet. Anschließend wird auf einer Karte sichtbar gemacht, wir gut der Zustand der Straßen ist – von grün, also sehr gut, Note 1, bis rot, also Note 5. Das Verfahren stammt von einer jungen Firma aus Stuttgart. Personenbezogene Daten wie Gesichter von Passanten oder Autokennzeichen werden geschwärzt oder gelöscht, verspricht "Vialytics".

Chance für kleine Gemeinden

Der Diespecker Bürgermeister Christian von Dobschütz (CSU) hofft, so die Straßenqualität in seiner Gemeinde deutlich zu verbessern. Bislang gibt es eine allgemeine Karte, die die Qualität der Straßen beschreibt, nämlich noch nicht. Das neue System verspricht zwei Untersuchungen pro Jahr, bei dem alle vier Meter ein Foto von der Fahrbahn gemacht wird. Und es ist sogar deutlich günstiger als bisher verfügbare Systeme. "Eine große Chance auch für kleine Gemeinden, die sich solch eine Kartierung bisher nicht leisten konnten", ist der Bürgermeister überzeugt.

"Dafür zahlen wir für drei Jahre 10.000 Euro, das ist um ein vielfaches günstiger als Befliegungen, das Abtasten mit Laser, da liegt man einmalig bei 45.000 bis 50.000 Euro, bei einer Gemeinde unserer Größenklasse, und dann hat man nur einmal den Zustand erfasst." Christian von Dobschütz (CSU), Bürgermeister von Diespeck

Bisher keine flächendeckenden Daten

Bislang waren die Kommunen auf Hinweise der Bevölkerung oder Sichtungsfahrten der Bauhofmitarbeiter angewiesen. Das neue System verspricht hier eine bessere Informationsgrundlage. Die gesamten 40 Kilometer der Gemeindestraßen werden abgefilmt. Gegen die Schäden selbst hilft das natürlich nichts. Dafür müssen nach wie vor die entsprechenden Sanierungsmaßnahmen angegangen werden, vom Stopfen der Schlaglöcher mit Kaltasphalt bis hin zum Austausch der gesamten Fahrbahnoberfläche.

Vertrag über drei Jahre – weitere Orte ziehen nach

Die Kommunale Allianz Neustadt und Land – also die Orte Neustadt, Ipsheim, Baudenbach, Dietersheim und Diespeck – hat einen Dreijahresvertrag mit Vialytics geschlossen. Bis 2022 sollen so die Straßen regelmäßig befahren werden, mindestens sechsmal. Dann wollen die Bauämter entschieden, ob sich dieses System bewährt – und sich der Zustand der Straßen so nachhaltig verbessert. Und vor wenigen Tagen hat auch Bamberg als zweite Kommune in Bayern das System der Stuttgarter Firma geordert.

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Personenbezogene Daten wie Gesichter von Passanten oder Autokennzeichen werden geschwärzt oder gelöscht, verspricht "Vialytics".

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Ein Mobiltelefon an der Windschutzscheibe zeichnet während der Fahrt Bilder der Straßen auf, über die das Einsatzfahrzeug rollt.

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Die App nimmt Erschütterungen wahr, die auf Bodenwellen oder Schlaglöcher hindeuten.

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Die Kommunale Allianz Neustadt und Land hat einen Dreijahresvertrag mit Vialytics geschlossen.