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AOK verweigert Zahlung der ambulanten Pflege in Senioren-WGs | BR24

© picture alliance/dpa

Hände einer Seniorin.

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AOK verweigert Zahlung der ambulanten Pflege in Senioren-WGs

Bereits über 30 Klagen sind beim Sozialgericht Nürnberg von Bewohnern sogenannter ambulant betreuter Senioren-WGs eingereicht worden. Es geht um die Übernahme von Kosten für einfache häusliche Krankenpflege.

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Die AOK Bayern weigert sich seit Jahresbeginn bei vielen, meist Demenzkranken, die in Senioren-WGs untergebracht sind, die Kosten für einfache häuslichen Krankenpflege zu übernehmen.

Betroffene bleiben auf Kosten sitzen

Als Begründung führt die AOK Bayern an, dass ambulant betreute Wohngruppen juristisch wie Wohnen im eigenen Zuhause zu behandeln seien. Demzufolge könnten auch Angehörige oder Betreuungspersonal einfachste Aufgaben der medizinischen Behandlungspflege übernehmen, so die AOK. Damit müssen nun viele Betroffene die Kosten selbst bezahlen.

Kritik vom Sozialverband

Der Sozialverband VdK kritisiert das Vorgehen. Medizinische Behandlungspflege sei klar eine Leistung im Bereich der Krankenversicherung. Das Delegieren an hauswirtschaftliche Kräfte in Senioren-WGs sei nicht vertretbar, da auch gesetzlich eine bestimmte Qualifikation des Personals für die Pflege vorliegen muss.

VdK sieht Politik in der Verantwortung

Vorschläge, dass die Behandlungspflege, also die Leistungen des ambulanten Pflegedienstes, als Leistung der Krankenkasse demnächst in die Pflegeversicherung verschoben werden soll, lehnt der VdK Bayern ab. Dies würde bedeuten, dass statt der vollen Erstattung, wie jetzt in der Krankenkasse, Bewohner für Leistungen zuzahlen müssten, so Yvonne Knobloch vom Sozialverband. Sie sieht die Politik in der Verantwortung.

Schweigen der Ministerin

"Ambulant vor stationär" habe auch die bayerische Gesundheitsministerin propagiert. Die bayerische SPD fordert eine Änderung der Gesetzgebung. Die Erstattung der Behandlungspflege müsse so geregelt werden, dass sie auch für Bewohner der ambulant betreuten Wohngemeinschaften gelte. Die bayerische Gesundheitsministerin fand für eine Stellungnahme oder ein Interview mit dem BR dazu keine Zeit.