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Die Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, Irmgard Stippler

Die Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, Irmgard Stippler, sieht derzeit keinen Spielraum für Beitragssatzsenkungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Im B5-Interview der Woche sagte sie, die Ausgaben der Kassen würden in nächster Zeit weiter zügig steigen.

Viel Geld für mehr Personal

Grund dafür sei unter anderem, dass die Bundesregierung kostenträchtige Gesetze beschlossen hat, etwa um das Pflegepersonal in den Krankenhäusern aufzustocken. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU hatte in den vergangenen Wochen mehrmals gefordert, die Kassen sollten die Rücklagen von mittlerweile insgesamt rund 30 Milliarden nutzen, um ihre Beiträge abzusenken.

Ärztemangel als regionales Problem

Die bayerische AOK-Chefin wies zudem Warnungen vor einem allgemeinen Ärztemangel im Freistaat zurück. Das Hauptproblem sei nicht die Zahl der Mediziner, sondern ihre Verteilung, sagte Stippler. Bundesweit gebe es heute 70.000 Ärzte mehr als vor zehn Jahren. Viele Nachwuchsmediziner würden aber lieber in Ballungszentren leben. Deswegen müssten Politik und auch Kassen neue Ansätze entwickeln, um junge Ärztinnen und Ärzte zu motivieren, auch abseits der Großstädte zu arbeiten, so die AOK-Chefin.