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Brief des BR an die Süddeutsche Zeitung zu "Malachitfischen" | BR24

© BR / Natasha Heuse

Bayerischer Rundfunk

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    Brief des BR an die Süddeutsche Zeitung zu "Malachitfischen"

    Die Süddeutsche Zeitung wirft dem BR in einem Artikel vor, Informationen über Monate zurückgehalten zu haben. Diesen Vorwurf weisen wir entschieden zurück.

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    Im Artikel "Fische mit Malachitgrün belastet" am 28.03.2019 auf Seite R16 der "Süddeutschen Zeitung" erwecken die Autoren den Eindruck, dass der Bayerische Rundfunk journalistisch unsauber arbeitet, bewusst Informationen zurückhält und dadurch die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet.

    Mit falschen Behauptungen beschädigen die Autoren die Glaubwürdigkeit und den Ruf des Bayerischen Rundfunks. Sie tun dies, obwohl sie auf ihre Anfrage hin von der BR-Pressestelle schnell und umfassend über die Recherche sowie den zeitlichen Ablauf der Recherche informiert worden sind.

    Wir weisen die Vorwürfe entschieden zurück und sind befremdet über die Vorgehensweise, die nicht den journalistischen Standards genügt, die die Süddeutsche Zeitung für sich in Anspruch nimmt.

    Die Autoren behaupten in dem Artikel, dass drei Journalisten des Bayerischen Rundfunks (tatsächlich waren es zwei) bereits im November 2018 "davon Kenntnis hatten, detailliert nachfragten – dann aber nicht berichteten". Hier wird der Eindruck erweckt, dass der BR zu diesem Zeitpunkt schon alle Fakten der Geschichte kannte. Tatsächlich hatten die Reporter damals keine Kenntnisse über die Sachlage vorliegen, sondern nur Gerüchte gehört.

    Außerdem suggerieren die Autoren des SZ-Artikels, dass die Behörde die Reporter umfassend informiert habe und der BR absichtlich nicht berichtete. Das ist falsch. Das Landratsamt Freising lehnte sowohl im November als auch im Dezember ein Interview ab und verwies auf das schwebende Verfahren. Eine schriftliche Antwort der Behörde ging im BR erst am 2. Januar 2019 ein mit dem Hinweis, es seien keine Fische in Verzehr oder Verkauf gelangt und es bestehe keine Gesundheitsgefahr.

    Da die Autoren diese Darstellung zu diesem Zeitpunkt nicht mit Belegen entkräften konnten, war eine seriöse Berichterstattung nicht möglich. Eine Berichterstattung aufgrund von Gerüchten wäre nichts Anderes als Panikmache und entspricht nicht den journalistischen Grundsätzen. Uns reicht eben nicht – um die Wortwahl Ihrer Autoren aufzugreifen – "Wind" von einer Geschichte zu bekommen.

    Zur Klarstellung: Der BR veröffentlicht investigative Recherchen, sobald sie wasserdicht sind, und nicht, weil Aschermittwoch ist.

    Der Artikel baut auf anonymen Behauptungen auf. Die eingeholte Stellungnahme des BR dazu wird nur alibimäßig und unvollständig eingefügt. Insgesamt entsteht der bereits erwähnte Gesamteindruck, dass der BR schuld sei an der Nicht-Information der Bevölkerung. Das Gegenteil ist richtig:

    Nur durch die intensiven und sauberen Recherchen des Bayerischen Rundfunks ist der Skandal überhaupt an die Öffentlichkeit gekommen.