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Antragskonferenz: Kritiker tragen Einwände gegen Südostlink vor | BR24

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Kurz vor Weihnachten wurden der Verlauf der Trasse Südostlink vorgestellt. Kritiker befürchten Schäden für Natur und Umwelt.

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Antragskonferenz: Kritiker tragen Einwände gegen Südostlink vor

Vor sechs Jahren haben die Planungen für die Gleichstromtrasse Südostlink begonnen. In Selb findet nun die Antragskonferenz statt. Die Trasse ist höchst umstritten, jetzt haben die Kritiker das Wort.

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Für die umstrittene Gleichstromtrasse Südostlink findet am Dienstag (11.02.20) in Selb die sogenannte Antragskonferenz statt. Die Bundesnetzagentur stellt dort den beabsichtigten Verlauf der Trasse vor und bietet Bürgern, Gemeinden und Verbänden die Möglichkeit, ihre Einwände vorzutragen.

Umweltverträglichkeit des Südostlink wird diskutiert

Diskutiert werden sollen vor allem die Umweltverträglichkeit der Trasse sowie die Belange der Bürger, die entlang der Trasse wohnen oder dort Grundstücke besitzen. Die Antragskonferenz findet um 9 Uhr in der Roland-Dorschner-Halle in Selb statt.

Südostlink wird seit sechs Jahren geplant

Die Trasse, die Strom aus dem windreichen Nordosten Deutschlands in den hoch industrialisierten Süden bringen soll, wird seit dem Jahr 2014 geplant. Am 20. Dezember 2019 hatte der in Bayreuth ansässige Übertragungsnetzbetreiber Tennet schließlich offiziell die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens für den Südostlink bei der Bundesnetzagentur beantragt. Damit wurde das Verfahren eingeleitet, an dessen Ende der bis auf die Flurnummern genaue Verlauf der Erdverkabelung entschieden wird.

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Der geplante Verlauf der Gleichstromtrasse Südostlink.

Gesetz schreibt öffentliche Beteiligung vor

Öffentliche Antragskonferenzen wie die in Selb sieht das Gesetz zur Netzausbaubeschleunigung zwingend vor. Es soll die Transparenz sowie die Beteiligungsmöglichkeiten der Bevölkerung bei der Energiewende sichern. Das Gesetz bietet Bürgern daher nach der Antragskonferenz einen weiteren Zeitkorridor, innerhalb dessen sie ihre Einwände gegen die Stromtrasse schriftlich an die Bundesnetzagentur richten können. Erst nachdem auch diese bei einem Erörterungstermin diskutiert wurden, kann die Agentur den Verlauf der Erdverkabelung endgültig festlegen.

Südostlink soll 2025 fertig sein

2022 soll mit der Erdverkabelung begonnen werden, im Jahr 2025 soll sie schließlich in Betrieb gehen. Klagen könnten den Termin allerdings verzögern. So gehen die Gemeinde Leonberg (Landkreis Tirschenreuth) sowie die Landkreise Wunsiedel und Tirschenreuth bereits vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den Trassenverlauf vor und der Landkreis Hof hält sich noch offen, es den Nachbarn gleich zu tun. Die Kläger kritisieren, dass ein umweltschonender Verlauf der Trasse entlang der Autobahn A93 kaum geprüft worden sei.

Kreisrätin klagt in Genf gegen Netzentwicklungsplan

Die Wunsiedler Kreisrätin Brigitte Artmann hingegen kritisiert weniger den Verlauf als vielmehr das Verfahren und hat Beschwerde bei der europäischen Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen (UNECE) in Genf eingelegt. Ihrer Meinung nach sind die durch die Aarhus-Konvention zugesicherten Rechte der Bürger auf Beteiligung eingeschränkt, weil Klagen gegen den Netzentwicklungsplan die Kläger so teuer zu stehen kommen könnten, dass Privatpersonen und Umweltverbände eine Insolvenz fürchten müssten.

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Die Wunsiedler Kreisrätin Brigitte Artmann (Grüne) pocht auf die Einhaltung der "Aarhus Konvention" und geht vor der europäischen Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen (UNECE) gegen den Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur vor.