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Die Uniklinik Erlangen hat heute Antikörpermedikamente für Covid-19-Patienten erhalten - als erste Universitätsklinik in Bayern.

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Erlangen: Erste Klinik in Bayern erhält Antikörper-Medikament

Die Uniklinik Erlangen ist das erste Universitätsklinikum in Bayern, das mit dem Antikörper-Medikament für Covid-19-Patienten beliefert wurde. Diese Arzneimittel sind in der EU allerdings noch nicht zugelassen, könnten aber dennoch gespritzt werden.

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Von
  • Ursula Schmidt
  • Annika Svitil
  • Jonas Miller

Das Universitätsklinikum Erlangen hat eine erste Charge der Antikörper-Medikamente für an Covid-19-erkrankte Patienten erhalten. Insgesamt wurden 15 Dosen des Medikaments geliefert, wie das Uni-Klinikum auf Anfrage von BR24 bestätigte. Diese seien für ganz Mittel- und Oberfranken vorgesehen. Für die Behandlung eines Patienten reiche jedoch eine Dosis des Antikörper-Medikaments aus. Neben Erlangen wurden auch weitere Kliniken in Bayern beliefert.

200.000 Dosen bundesweit

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am vergangenen Sonntag angekündigt, 200.000 Dosen zweier sogenannter "monoklonaler antikörperhaltiger Arzneimittel" für die Therapie, an speziell für die Behandlung von Corona-Patienten spezialisierten Kliniken, bereit zu stellen. Auf BR24-Anfrage teilte ein Sprecher des Ministeriums mit, dass es sich um die beiden Antikörpermedikamente Bamlanivimab und um die beiden Antikörper Casirivimab/Imdevimab handelt.

Diese Arzneimittel seien in der Europäischen Union noch nicht zugelassen, gäben jedoch nach den vorliegenden Informationen Anlass zu der Annahme, dass einzelne Covid-19-infizierte Patientinnen und Patienten mit dem Risiko eines schweren Verlaufs von einer Behandlung profitieren könnten.

Trump wurde mit Antikörper-Impfstoff geimpft

In den USA gibt es für diese Arzneimittel bereits eine Notfallzulassung. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump ist damit behandelt worden. Hierzulande erlaubt das Paul-Ehrlich-Institut, dass der behandelnde Arzt individuell Nutzen gegen Risiko abwägt und über den Einsatz dieser Antikörper-Medikamente im Einzelfall entscheidet.

Behandlung mit Antikörper-Medikament umstritten

Die Behandlung von Corona-Patienten mit den Antikörper-Medikamenten ist unter Medizinern umstritten. Behandelt werden können "in bestimmten, einzelnen Fällen Covid-19-erkrankte Erwachsene mit milden oder moderaten Symptomen und [einem] Risiko für schwere Verläufe", erklärt das Bundesgesundheitsministerium.

Die Regierung hat die 200.000 Antikörper-Dosen für rund 400 Millionen Euro bei den Pharmaunternehmen Roche/Regeneron eingekauft.

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