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In Bayern wird ab Donnerstag (20.05.21) die Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe in Arztpraxen aufgehoben. Viele Hausärzte sind jetzt schon überlastet. Impfungen erfordern viel Zeit und Bürokratie und momentan gibt es zu wenig Impfstoff.

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Ansturm beim Hausarzt: ab Donnerstag kann jeder geimpft werden

Ab Donnerstag entfällt in bayerischen Hausarztpraxen die Impfpriorisierung. Damit kann man sich unabhängig von Alter, Vorerkrankungen oder Beruf gegen Corona impfen lassen. Doch der Hausärzteverband macht wenig Hoffnung auf einen schnellen Termin.

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Von
  • Annika Svitil

Die Telefone stehen seit Wochen in Hausarztpraxen nicht mehr still. Bürgerinnen und Bürger wollen gegen das Coronavirus geimpft werden. Seit bekannt ist, dass in dieser Woche die Priorisierung aufgehoben wird, häufen sich die Anfragen nach einem Impftermin noch mehr.

Ab Donnerstag entfällt Priorisierung in Arztpraxen

In einigen Bundesländern wird in dieser Woche die Priorisierung aufgehoben. Damit starten die Praxen aber nicht einheitlich, was teilweise für Verwirrung sorgt. In Bayern ist es ab kommenden Donnerstag soweit. In dieser und der kommenden Woche macht Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes mit eigener Praxis in Erlangen, wegen der hohen Nachfrage nach Impfungen wenig Hoffnung auf einen zeitnahen Termin.

Zweitimpfungen in Arztpraxen starten

Ein Grund dafür: In dieser Woche starten die Zweitimpfungen der ersten Patientinnen und Patienten, die in Arztpraxen geimpft wurden. Dazu kommen diejenigen mit Priorität, die auf der Warteliste stehen. Erst wenn diese abgearbeitet sind, könnten alle anderen einen Termin bekommen. Beier rechnet damit, dass das nicht vor Mitte Juni der Fall sein wird. Dazu kommt: Die Praxen werden trotz Aufhebung der Priorisierung nicht mit mehr Impfstoff beliefert.

Hausärzte sind froh: Sie können selbst priorisieren

Dr. Veit Wambach vom Praxisnetz Nürnberg Nord freut sich über die Aufhebung der Priorisierung. Wer welcher Priorität angehört, sei in den vergangenen Wochen erweitert worden und teilweise nicht mehr eindeutig. Jetzt könne er anhand seiner Patientendaten selbst entscheiden, wer ein höheres Risiko bei einer Covid-19-Erkrankung habe. Sein Kollege Dr. Markus Beier aus Erlangen bestätigt, dass der Wegfall der Priorisierung nicht bedeutet, dass jetzt jeder sofort drankommt. Wer in die Kategorie vier falle, könne trotzdem nicht sofort einen Impftermin erhalte. Wenn die Wartelisten abgearbeitet seien, richteten sich Hausärzte danach, welche ihrer Patientinnen und Patienten die Corona-Impfung besonders dringend brauche.

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