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Die Corona-Auflagen für Grenzpendler und Grenzgänger werden verschärft. Sie müssen künftig ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen können, das nicht älter als 48 Stunden ist. Tschechien gilt derzeit als Hochinzidenzgebiet.

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Ansturm auf Corona-Teststation an bayerisch-tschechischer Grenze

Verschärfte Corona-Auflagen für Grenzpendler aus Tschechien: Sie müssen nun ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen können, das nicht älter als 48 Stunden ist. An der Teststation in Schirnding bildeten sich deshalb heute lange Schlangen.

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Von
  • Anja Bischof
  • BR24 Redaktion

Die Bundesregierung hat die Tschechische Republik zum Hochrisikogebiet erklärt. Dadurch verschärfen sich die Auflagen für Grenzpendler und Grenzgänger an der deutsch-tschechischen Grenze.

Sie müssen nun ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen können, das nicht älter als 48 Stunden ist. Daraus folgt, dass die Grenzgänger und -pendler alle zwei Tage einen Corona-Test durchführen lassen müssen, statt wie bisher einmal pro Woche.

Ansturm auf Teststation in Schirnding

Eine Sprecherin des Landratsamts Wunsiedel sagte dem BR, die Teststation an der Grenze in Schirnding im Landkreis Wunsiedel habe die Test-Kapazitäten und das Personal bereits hochgefahren und aufgestockt.

Dennoch kam es schon am Sonntag zu erheblichen Wartezeiten, zeitweise mussten Hunderte Menschen im Freien ausharren: Bis Mittag ließen sich etwa 1.200 Grenzgänger testen. Ein Grund für den Andrang sei gewesen, dass andere Teststationen entlang der deutsch-tschechischen Grenze am Sonntag nicht geöffnet hatten, weshalb viele auch aus anderen Regionen Schirnding angefahren hatten.

Teststelle in Waldsassen kurzfristig eröffnet

In sozialen Netzwerken sorgten die langen Schlangen heute für Diskussionen, einige Nutzer beschrieben die Situation als chaotisch und unverständlich. Wegen des Andrangs wurde die Teststelle im oberpfälzischen Waldsassen (Landkreis Tirschenreuth) kurzfristig geöffnet. Die Polizei sprach an den Teststellen von einem deutlich erhöhten Besucheraufkommen.

Um Wartezeiten künftig zu vermeiden, kann man sich online auf der Internetseite des Landkreises Wunsiedel für einen Test anmelden. Grenzgänger und -pendler haben die Wahl zwischen PCR-Tests und Schnelltests. Grundsätzlich sei die Teststelle dem zu erwartenden höheren Aufkommen gewachsen und darauf vorbereitet, sagte die Landkreis-Sprecherin.

1.500 oberfränkisch-tschechische Grenzpendler täglich

Wochentäglich pendeln etwa 1.500 Menschen über die oberfränkisch-tschechische Grenze in Schirnding, um im Landkreis Wunsiedel zu arbeiten. Etwa jeder Zehnte ist im Pflegebereich beschäftigt. Der weitaus größte Teil arbeitet in der Automobilzulieferindustrie oder in der Metallverarbeitung. Touristische Reisen nach Tschechien sind derzeit laut Auswärtigem Amt nicht möglich. Die Teststation in Schirnding hat von montags bis freitags von 06.00 Uhr bis 09.00 Uhr geöffnet, an den Wochenenden jeweils von 08.00 Uhr bis 14.00 Uhr.

Auch der Landkreis Cham hat sich auf die neue Situation vorbereitet. Hier arbeiten 4.000 tschechische Pendler. Der Landkreis will Staus mit einer schnellen Testabfolge verhindern. Mit zwei zusätzlichen Stationen will der Landkreis rund 12.000 Tests pro Woche schaffen.

19 Hochinzidenzgebiete deutschlandweit

Neben Tschechien hat die Bundesregierung 19 weitere Hochrisikogebiete ausgewiesen. Die 7-Tage-Inzidenz dieser Länder liegt über 200. In Tschechien beträgt sie am heutigen Sonntag 462. Zum Vergleich: Deutschland verzeichnet heute eine 7-Tage-Inzidenz von 111.

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