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Ansturm auf Ausflugsziele in Bayern - Volle Parkplätze | BR24

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Unzählige Ausflügler fuhren heute in die bayerischen Naherholungsgebiete. Es bildeten sich teilweise lange Staus. Die Gemeinde Bodenmais erarbeitet nun sogar ein Konzept für den Touristenansturm.

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Ansturm auf Ausflugsziele in Bayern - Volle Parkplätze

Bei schönstem Wetter haben viele bayerische Touristenorte einen Besucheransturm erlebt. Viele Parkplätze waren schon am Vormittag belegt. Zahlreiche Ausflügler zog es auch in Museen oder ins Freibad.

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Bei schönstem Wetter sind viele Ausflügler in bayerische Touristenorte geströmt. Viele Menschen zog es nach Bodenmais (Lkr. Regen). "Es ist alles voll", sagte Alexander Kreipl vom ADAC. Der Parktplatz bei den Rißloch-Wasserfällen sei bereits am Vormittag belegt gewesen - ebenso die Parkmöglichkeiten im Ort. Daher sei der Volksfestplatz für Autos geöffnet worden. Ausflügler, die keinen regulären Parkplatz mehr gefunden hätten, seien auf den Volksfestplatz umgeleitet worden. Kreipl: "Man muss die Leute ein bisschen lenken, man muss die Verkehrsströme ein bisschen lenken und idealerweise gibt es zentrale Plätze wie den Volksfestplatz, den man als Parkplatz nutzen kann, um zu verhindern, dass die Leute alle mit ihren Autos bis ans letzte Eck hinterfahren."

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Ein Polizist leitet Ausflügler in Bodenmais um

Neues Verkehrsleitsystem für Besucher im Ort

Die Polizei lobte, dass die Gemeinde mit dem Volksfestplatz neue Parkmöglichkeiten schuf. "Die Lage hat sich bis zum Mittag beruhigt, aber es wird natürlich etwas dauern, bis sich das verfestigt." Der Grund: Die meisten Besucher von außerhalb geben den Parkplatz bei den Rißloch-Wasserfällen ins Navi ein.

"Wir sind dabei, ein Gesamtkonzept zu entwickeln - mit Unterstützung des ADAC", sagte Bürgermeister Joachim Haller (CSU). Man arbeite an einem Konzept zur Verkehrsführung in den Ort herein. Ausflügler sollen fußläufig durch den Ort gelenkt werden. Künftig soll das Rathaus, das sich in Bahnhofsnähe befindet, Ausgangspunkt für Ausflügler und Wanderer sein. "Wir wollen niemanden aussperren", sagte Haller. "Ganz im Gegenteil" - man sei weit davon entfernt zu sagen, man habe "einen Overtourism", so Haller.

Der ADAC geht davon aus, dass die Pläne bis zum Herbst umgesetzt sein werden. "Dann wird sich die Lage sicher verbessern", sagte der ADAC-Experte. Auch am Wochenende erwartet der ADAC wieder viele Besucher in Bodenmais. "Wenn das Wetter wieder so schön ist, wird es am Wochenende sicher ähnlich sein". Bereits am Pfingstwochenende war die Verkehrs- und Parksituation in der Gemeinde angespannt. Die Gemeinde Bodenmais zählt laut ADAC mit über 700.000 Übernachtungen pro Jahr zu den bekanntesten und beliebtesten Urlaubsorten im Bayerischen Wald.

Hoch frequentierte Wanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald

Auch der Nationalpark Bayerischer Wald verzeichnet einen Besucherandrang. Viele Wanderwege seien derzeit hoch frequentiert, die Parkplatzsuche gestalte sich oft schwierig. Daher setzt die Verwaltung nach eigenen Angaben verstärkt ehrenamtliche Waldführer zur Besucherlenkung ein.

Nur dadurch könnten die Ranger weiter im Gelände unterwegs sein, um die Schutzgebietsregeln zu überwachen, teilte die Verwaltung des Nationalparks mit. Da der Umfang der Führungen in Zeiten von Corona reduziert sei, hätten die 120 Ehrenamtlichen Kapazitäten für die Hilfe bei der Parkplatzsuche. An Fronleichnam und zuvor schon am Pfingstmontag sei auch der großflächige Parkplatz des Nationalparkzentrums Lusen bei Neuschönau (Landkreis Freyung-Grafenau) überfüllt gewesen, teilte der Nationalpark mit.

Lehren aus dem großen Andrang zu Pfingsten

Viele Besucher hätten deshalb wild geparkt, auch Rettungswege seien versperrt worden. Die Waldführer sollen die Besucher künftig schon beim Ankommen informieren, wo noch Parkplätze frei sind. Nationalparkleiter Franz Leibl rät jedoch angesichts der hohen Besucherzahlen zur Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr. Der Nationalpark wird ab sofort Besucher auch auf seinem Facebook-Account über Engpässe zum Beispiel auf Parkplätzen informieren.

Die Polizei geht davon aus, dass sich die Lage in Orten wie Bodenmais, Zwiesel oder Viechtach bald normalisiert. "Nach den Corona-Lockerungen und wegen der Ferien ballt sich das gerade etwas", sagte Stefan Potrykus von der Polizei in Regen. "Aber wir denken, das wird sich nach und nach entspannen."

Parkplätze im Allgäu dicht

Auch im Ostallgäu war der Andrang teils groß. Der Markt Oberstaufen teilt mit, dass die zur Verfügung stehenden Parkplätze in Steibis, an der Imbergbahn und an der Hochgratbahn schon am Vormittag vollständig belegt waren. Aufgrund des hohen Aufkommens an Tagesurlaubern wurde die Zufahrt nach Steibis ab der Abzweigung in Weißach für Tagestouristen gesperrt. Je nach Besucheraufkommen könne eine Sperrung auch morgen und übermorgen im Laufe des Tages notwendig werden. Beliebtes Ausflugsziel waren auch Seen im Voralpenland. So war zum Beispiel die B11 nach Kochel überlastet.

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Zufahrt nach Kochen

Reservierungen bei Freibädern

In München war die Freude über die Eröffnung der Freibäder groß. Der zeitgleiche Ansturm auf das Online-Reservierungssystem hatte am Mittwoch sogar den Internet-Server in die Knie gezwungen. Dessen Kapazität wurde daraufhin erhöht, teilte die Stadt mit. Trotz des schlechten Wetters am Donnerstag sei gut die Hälfte des Kontingents an Reservierungen ausgeschöpft gewesen. Am heutigen Freitagvormittag waren die Reservierungen fast ausgeschöpft. Nur wer online reserviert, kommt wegen der Corona-Regeln in München in Freibäder.

Viele Besucher im Museum der Bayerischen Geschichte

Andere zog es nicht in die Natur, sondern ins Museum. Wegen des verlängerten Wochenendes und der Pfingstferien war am Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg der Andrang sehr groß. "Probleme habe es allerdings nicht gegeben. Die Menschen warten geduldig, bis sie eingelassen werden", sagte die Sprecherin des Hauses der Bayerischen Geschichte, Natascha Zoedi-Schmidt

Am gestrigen Fronleichnamstag waren 560 Besucher im Museum. Für den Samstag und den Sonntag wird noch einmal mit einem erheblichen Ansturm gerechnet. Wegen der Corona-Regeln dürfen sich höchstens 200 Besucher gleichzeitig im Museum aufhalten. Seit der Wiedereröffnung des Museums nach dem Corona-Shutdown haben rund 8.000 Besucher das besucht.

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