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Wer Kinder aufgrund der Pandemie zu Hause betreuen muss, hat Anspruch auf freie Betreuungstage und finanziellen Ausgleich.

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    Ansprüche von Eltern, wenn das Kind zu Hause bleiben muss

    Muss ein Schul- oder Kitakind aufgrund der Corona-Pandemie zu Hause betreut werden, haben Eltern Anspruch auf freie Betreuungstage und finanziellen Ausgleich. Der Landeselternverband fordert jedoch noch Nachbesserungen von der Politik.

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    Von
    • Florian Regensburger

    "Wenn Eltern einen Verdienstausfall haben, weil sie coronabedingt ihre Kinder betreuen müssen", bestehe ein Anspruch auf das Corona-Kinderkrankengeld, sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Schwaben, Silke Klos-Pöllinger, dem BR.

    Kind darf nicht älter als zwölf sein

    Gesetzlich Versicherte können dieses Kinderkrankengeld nach Angaben des DGB bei ihrer Krankenkasse beantragen, wenn das Kind nicht älter als zwölf Jahre ist. Dazu muss eine entsprechende Bescheinigung über die Notwendigkeit der Betreuung vorgelegt werden. Diese stellt die Schule aus oder der Arzt, wenn das Kind selbst infiziert ist. Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des ausgefallenen Nettoeinkommens, ist allerdings begrenzt auf 112,88 Euro pro Tag, was 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze entspricht. Vom Kinderkrankengeld werden anteilig Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherungsbeiträge abgeführt.

    Anspruch auch bei Aufhebung der Präsenzpflicht

    Der Anspruch besteht laut Klos-Pöllinger dann, wenn für das Kind beziehungsweise seine Gruppe oder Klasse Quarantäne angeordnet wurde, bei Aufhebung der Präsenzpflicht und auch wenn die Schule oder eine Kindertageseinrichtung aufgrund hoher Infektionszahlen komplett geschlossen wird.

    Bis zu 130 Betreuungstage pro Jahr

    Bei Freistellung vom Beruf mit Kinderkrankengeld stehen zusammenlebenden Eltern 30 Betreuungstage pro Elternteil und Kind zu, alleinerziehenden 60 Tage. Bei zwei Kindern verdoppelt sich der Anspruch auf 60 beziehungsweise 120 Tage. Maximal können es 65 beziehungsweise 130 Tage werden, bei drei oder mehr Kindern.

    Ansprüche auf Verdienstausgleich auch für Privatversicherte

    Sind diese Tage bereits aufgebraucht, besteht – wie auch für Privatversicherte – zusätzlich der Anspruch, Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz zu beantragen. Diese beträgt maximal 67 Prozent des Verdienstausfalls für maximal zehn Wochen im Jahr. Damit bekommen gesetzlich Versicherte deutlich weniger Geld, wenn sie ihr Kind über die aktuell mögliche Anzahl von Betreuungstagen hinaus zu Hause betreuen müssen.

    Elternverband fordert mehr Betreuungstage

    Henrike Päde, stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Landeselternverbands aus Stadtbergen, hat die Politik im Gespräch mit dem BR daher aufgefordert, die Zahl der Betreuungstage für gesetzliche Versicherte zu erhöhen. Diese seien bei vielen Eltern nach den Schulschließungen in diesem Jahr bereits aufgebraucht.

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