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Zwei Angeklagte mit ihren Anwälten in einem Raum des Landgerichts Bamberg.

In Bamberg stehen ab heute vier mutmaßliche Rechtsextreme vor Gericht. Mindestens zwei der vier Angeklagten sollen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft einen Anschlag auf eine Bamberger Asylunterkunft geplant haben. Ihnen wird darüber hinaus vorgeworfen, sich für ihre Pläne größere Mengen Pyrotechnik aus dem Ausland besorgt zu haben. Alle Vier saßen kurzzeitig in Untersuchungshaft, kamen anschließend aber wieder auf freien Fuß.

Im Führungszirkel der verbotenen "Weiße Wölfe Terrorcrew"?

Der Hauptanklagepunkt gegen die Frau und die drei Männer im Alter zwischen 24 und 39 Jahren ist die Bildung einer kriminellen Vereinigung. Sie sollen dem Führungszirkel der rechtsradikalen Vereinigung "Weiße Wölfe Terrorcrew" angehört haben, die im März 2016 vom Bundesinnenminister als rechtsradikale Vereinigung verboten wurde. Zudem wird dem Quartett gefährliche Körperverletzung, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und verbotener Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen vorgeworfen.

Insider rechnen mit schwierigem Verfahren

Der Prozess am Landgericht Bamberg ist auf 26 Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil ist in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen. Insider gehen von einen schwierigen Verfahren aus, weil die fünf Anwälte der Angeklagten – darunter auch ein bekannter rechter Szeneanwalt – den Prozess mit Beweis- und Befangenheitsanträgen in die Länge ziehen könnten.

Brisanz durch Chemnitzer Verhaftungen

Eine besondere Brisanz gewinnt der Fall, weil in Chemnitz erst vor wenigen Tagen sieben mutmaßliche Mitglieder der rechtsterroristischen Gruppe "Revolution Chemnitz" festgenommen wurden, die bewaffnete Angriffe auf Ausländer, Politiker und Journalisten geplant haben sollen. Laut Bundesanwaltschaft wollte die Gruppe am 3. Oktober losschlagen, dem Tag der Deutschen Einheit.