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Anschlag, Explosion, Unfall: München trainiert Katastrophenfall | BR24

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Zur Vorbereitung auf die Fußball-EM 2020 führten Einsatzkräfte gemeinsam mit der Stadt München und dem DFB eine Katastrophenschutzübung durch - unter anderem in der Allianz Arena. Der Ernstfall sollte möglichst realistisch simuliert werden.

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Anschlag, Explosion, Unfall: München trainiert Katastrophenfall

Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst hat sich am Sonntagvormittag in München mit einer Katastrophenschutzübung auf die Fußball-EM 2020 vorbereitet. Beteiligt waren auch viele Statisten.

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Im Sommer 2020 startet die Fußball-EM. In insgesamt zwölf Städten und Ländern wird gekickt. Ein Austragungsort: München. Die Frage: Was passiert im Katastrophenfall?

Den Ernstfall trainierten am Sonntag Münchner Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst gemeinsam mit dem Deutschen Fußballbund. Um möglichst realistisch proben zu können, kamen Statisten als "verletzte" Personen zum Einsatz. Insgesamt 2.000 Rettungskräfte waren beteiligt.

Anschlag in der Allianz-Arena?

Ein Szenario spielte in der Allianz-Arena: Die ersten Fußball-Fans waren schon im Stadion, andere versorgten sich noch mit Brotzeiten: Plötzlich kam es zu einer Explosion in einem Kiosk, 50 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt und lagen am Boden, andere liefen verstört herum und suchten Angehörige. Bald stellte sich heraus: Es war kein Anschlag. Eine Fritteuse war explodiert.

Währenddessen gab es eine starke Rauchentwicklung am U-Bahnhof Arabellapark. Dort hatten Fans Pyrotechnik am Bahnsteig gezündet. Es kam zu einer Massenpanik und Verletzten. Geplant war außerdem ein großes Unfall-Szenario in Trudering.

Überarbeitetes Einsatzkonzept für übergreifende Übung

Gerade wenn die Lage unklar sei und man noch nicht wisse, ob es sich womöglich um einen Anschlag handle, brauche man einen "verzahnten Einsatz", betonte der Münchner Feuerwehrchef Wolfgang Schäuble. Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä hob ebenfalls die Bedeutung einer übergreifenden Übung mit überarbeiteten Einsatzkonzepten hervor.

Im Vergleich zur Fußball- Weltmeisterschaft 2006 habe man mittlerweile eine veränderte Sicherheitslage, zudem seien "bauliche Veränderungen" an der Allianz-Arena vorgenommen worden. Da wäre es "absolut unprofessionell" bei den Konzepten nur die Jahreszahl zu ändern, "das muss von Grund auf neu konzipiert werden".

Innenminister Herrmann: keine Entwarnung vor Anschlägen

Man könne auch nicht von einer Entspannung der allgemeinen Lage sprechen, erklärte Innenminister Joachim Herrmann (CSU): Es seien Anschläge vorbereitet worden, es habe Anschläge in anderen Teilen Europas und der Welt gegeben, "und wir wissen, dass so was theoretisch jederzeit auch bei uns stattfinden kann".

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Wer am Sonntag in München einem Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst begegnet, muss sich wahrscheinlich keine Sorgen machen. An gleich drei Orten läuft eine große Katastrophenschutzübung.