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Anschläge in Waldkraiburg: Bundesanwaltschaft ermittelt | BR24

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Eine Serie von Anschlägen auf türkische Läden in Waldkraiburg soll auf das Konto eines selbsternannten IS-Kämpfers gehen. Nun schalten sich Deutschlands oberste Ermittler ein.

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Anschläge in Waldkraiburg: Bundesanwaltschaft ermittelt

Eine Serie von Anschlägen auf türkische Läden in Waldkraiburg soll auf das Konto eines selbsternannten IS-Kämpfers gehen. Nun schalten sich Deutschlands oberste Ermittler ein.

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War er ein einsamer Wolf, hatte er Unterstützer? Offene Fragen im Fall eines mutmaßlichen IS-Unterstützers, der in Waldkraiburg Anschläge auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber verübt haben soll. Nun hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.

Grund sei die besondere Bedeutung des Falls, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem bestehe der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Seit April waren in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) die Scheiben dreier türkischer Läden eingeschlagen und ein Feuer in einem Gemüseladen gelegt worden. Sechs Menschen wurden verletzt.

Vor anderthalb Wochen hatte die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Fast zwei Dutzend funktionsfähige Rohrbomben wurden bei ihm gefunden, kiloweise Chemikalien und eine Pistole.

Motiv: Hass auf Türken

Der in Deutschland geborene Mann hat die Anschläge gestanden. Der 25-Jährige hatte sich selbst als Kämpfer der Terrormiliz IS bezeichnet und Hass auf Türken als Motiv angegeben. Der mutmaßliche Täter sitzt seither in Untersuchungshaft. Wegen des Brandanschlags mit sechs Verletzten wird ihm auch versuchter Mord vorgeworfen.

Wie "Der Spiegel" berichtete, soll der Mann Sprengstoff- und Bombenanschläge unter anderem auf Gotteshäuser des türkischen Moschee-Verbandes Ditib in der Umgebung von Waldkraiburg sowie auf die Ditib-Zentral-Moschee in Köln geplant haben. Die Imame habe er erschießen wollen, schreibt das Magazin weiter. Zudem soll er einen Bombenanschlag auf das türkische Generalkonsulat in München vorbereitet haben. Die Behörden machten dazu zunächst keine Angaben. Sprecher der Extremismus-Zentralstelle und des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd verwiesen auf laufende Absprachen mit der Bundesanwaltschaft.

Radikalisierung über das Internet?

In Waldkraiburg hatten die Menschen auch nach der Festnahme spekuliert, ob der Mann ein Einzeltäter ist. Der Londoner Extremismusforscher Peter Neumann hatte die Waldkraiburger Anschläge als etwas Neues eingestuft. Es sei das erste Mal, dass ein mutmaßlicher Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat türkische Ziele in Europa ins Visier genommen habe. "Anschläge auf türkischstämmige Menschen ohne kurdischen Hintergrund sind in Europa eine wirkliches Novum", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es sehe so aus, als ob es sich um einen Einzeltäter handele, der sich als "einsamer Wolf" über das Internet radikalisierte.