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Bohrungen in Ansbach

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Ansbacher Grundwasser wird auf PFC-Belastung untersucht

In Ansbach-Katterbach werden Untersuchungen durchgeführt, um festzustellen, wie weit sich PFC-Chemikalien außerhalb der US-Kaserne ausgebreitet haben. Die Chemikalien sind unter anderem in Löschschäumen der US-Armee enthalten gewesen.

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Von
  • Laura Grun

Man kann sie nicht sehen, nicht riechen und auch nicht schmecken - per- und polyfluorierte Chemikalien, kurz PFC. Seit Jahren sind sie Thema in Ansbach-Katterbach, weil bekannt wurde, dass auch außerhalb der US-Kaserne Rückstände gefunden wurden. Nun rollen die Bohrer erneut an, um das Grundwasser auf Rückstände zu untersuchen.

Grundwasseruntersuchungen in 26 Metern Tiefe

Rund 26 Meter in die Tiefe gräbt sich der Bohrkopf in den Blasensandstein in Ansbach-Katterbach vor. Drei weitere Grundwassermessstellen werden diese Woche errichtet. In welche Richtung fließt dort das Grundwasser und wie stark sind Wasser und Boden mit per- und polyfluorierten Chemikalien belastet? Das will Geologin Gloria Godzik vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach herausfinden. Sie ist Fachbereichsleiterin Grundwasserschutz und sieht sich die entnommenen Proben an.

Chemikalien über die Grenzen der Kaserne nachweisbar

Seit mehreren Jahren ist bekannt, dass durch den einstigen Feuerlöschübungsplatz der US-Armee Böden und Gewässer in der Umgebung mit dem gesundheitsschädlichen PFC belastet sind. Wie weit der Schaden geht, soll nun noch genauer ermittelt werden. Drei bereits installierte Messstellen legen den Verdacht nahe, dass sich die Chemikalien bereits noch weiter hinter die Zäune der Kaserne ausgebreitet haben, sagt Udo Kleinlein, Leiter des Rechtsreferats der Stadt Ansbach. Die Ergebnisse der ersten Untersuchungen belegen den Verdacht. Bei diesem wurden laut Kleinlein "erhebliche Überschreitungen der Schwellenwerte vorgefunden".

Brunnen auf Kasernengelände sollen Wasser hochpumpen

Auf dem Kasernengelände selbst ist in den kommenden Jahren eine Reihe von etwa 20 Brunnen geplant. Durch sie soll das kontaminierte Grundwasser hochgepumpt und mit Hilfe von Aktivkohle, die Schadstoffe herausgefiltert werden. Ziel ist es, die weitere Ausbreitung zu stoppen. Die Ergebnisse der aktuellen Bohrungen sollen bis Ende des Sommers vorliegen. Erst dann wird entschieden, ob weitere Untersuchungen nötig sind und ob auch außerhalb der US-Kaserne eine Sanierung sinnvoll wäre.

Bürgerinitiative fordert vollständige Sanierung

Die Befürchtung von Boris-André Meyer, Sprecher der Bürgerinitiative "Etz langt’s" ist, dass außerhalb des Kasernengeländes aus Kostengründen nichts oder nur wenig gemacht werde. Die Bürgerinitiative sei der Auffassung, dass das Gift vollständig aus der Erde raus müsse. Sonst sickere es immer weiter ins Grundwasser. "Wir haben dieses Gift festgestellt in Fischen, in Hausbrunnen, in Hühnereiern. Wir wollen nicht, dass das Gift auf den Tellern der Ansbacher landet. Deswegen muss hier wirklich komplett saniert werden", fordert Meyer. Die Bohrungen in Ansbachs Erdreich laufen noch die gesamte Woche. So sollen die Chemikalien nachgewiesen und auf die in Bayern geltenden Schwellenwerte hin überprüft werden.

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Rund um die US-Kaserne Ansbach-Katterbach werden derzeit Bohrungen durchgeführt. Im Boden und Grundwasser wurde eine erhöhte Konzentration von per- und polyfluorierten Chemikalien festgestellt.

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