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Anrainer sprechen sich für Steigerwaldbahn aus | BR24

© BR/Achim Winkelmann

Zugewachsener Streckenabschnitt der ehemaligen Steigerwaldbahn.

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    Anrainer sprechen sich für Steigerwaldbahn aus

    Auf einer virtuellen Pressekonferenz hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sein Werben um die Wiederinbetriebnahme der Steigerwaldbahn sozialwissenschaftlich untermauert. Die Mehrheit befürworte klimafreundlichen Bahnverkehr am Steigerwald.

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    Von
    • Leon Willner

    Spätestens seit der Stillegung durch das Innenministerium im Januar 2016 ist die Debatte um eine Wiederinbetriebnahme der Steigerwaldbahn festgefahren. Fast alle Anrainergemeinden hatten sich für eine Freistellung der Strecke vom Zugverkehr ausgesprochen. Die Grünen, der VCD sowie der Förderverein Steigerwald-Express und das Kommunalpolitische Netzwerk für Gerolzhofen wollen die Bahn reaktivieren. Jetzt hat der VCD erstmals ein belastbares Stimmungsbild unter Anwohnerinnen und Anwohnern der ehemaligen Bahnstrecke veröffentlicht.

    VCD liefert Stimmungsbild unter Anwohnern

    In einer Umfrage hatte der Club über 1.700 Anrainer befragt, wie sie zu einer Zukunft des Bahnverkehrs entlang des Steigerwalds stehen. Eine knappe Mehrheit von 54 Prozent der Befragten gab an, eine Reaktivierung der Strecke sei für ihren Wohnort vorteilhaft.

    Mehrheit befürwortet klimafreundlichen Bahnverkehr

    "Wir sind sehr überrascht, dass sich so viele so positiv für die Bahn interessierten", kommentierte Manfred Röder vom VCD Mainfranken-Rhön das große Interesse an der Umfrage. Das Ergebnis der Studie zeige, dass die meisten Befragten den ökologischen Vorteil der Bahn erkennen und begrüßen. Dabei stützte sich die Umfrage auf neun verschiedene Kernaussagen, die die grundsätzlichen Einstellungen zur Bahn, deren Klimafreundlichkeit und Nutzen erfragten.

    Ergebnis widerspreche Auffassung der Bürgermeister

    Laut Julian Glienke vom VCD Kitzingen seien die Ergebnisse der Umfrage ein wichtiges Indiz dafür, dass die Ablehnung der Anrainergemeinden nicht zwingend den Willen der Bevölkerung ausdrückten: "Die Behauptung von einigen Bürgermeistern, dass die Bürger die Bahn nicht wollen, stimmt nicht", sagte er. Nur die Stadt Gerolzhofen hatte keinen Antrag zur Freistellung der Strecke, auch Entwidmungsantrag genannt, gestellt.

    CSU setzt auf Analyse der Bayerischen Eisenbahngesellschaft

    Der Bezirksgeschäftsführer der CSU Unterfranken, Georg Brückner, reagierte auf die Umfrage des VCD und sagte dem Bayerischen Rundfunk, dass seine Partei nicht generell gegen eine Reaktivierung der Strecke sei. Brückner warte nun auf die Potentialanalyse der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die offene technische Fragen zur Zukunft der Steigerwaldbahn klären soll. Ergebnisse der BEG werden schon in den nächsten Wochen erwartet.

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