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Kindesmissbrauch: Anklage will knapp 14 Jahre Haft für Logopäden | BR24

© picture alliance/Daniel Karmann/dpa

Der Angeklagte versteckt sich zu Prozessbeginn hinter einem Aktenordner

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    Kindesmissbrauch: Anklage will knapp 14 Jahre Haft für Logopäden

    Insgesamt 13 Jahre und 9 Monate Gefängnis fordert die Staatsanwaltschaft für einen Würzburger Logopäden. Er muss sich seit März vor dem Landgericht verantworten. Über mehrere Jahre hinweg soll er Jungen missbraucht haben.

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    Am Landgericht Würzburg geht der Prozess gegen einen 38 Jahre alten Logopäden wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in die Endphase. Am Montagvormittag vernahm die Strafkammer die letzten beiden Zeugen. Nun hat die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer gehalten. Sie fordert knapp 14 Jahre Haft für den Angeklagten.

    Nebenklage fordert Sicherungsverwahrung

    Außerdem will die Staatsanwaltschaft ein Berufsverbot für den 38 Jahre alten Logopäden erwirken. Die Vertreter der Nebenklage schlossen sich den Haftforderungen an, verlangten darüber hinaus aber eine Sicherungsverwahrung für den Deutschen. Diese wird in der Regel angeordnet, um die Allgemeinheit auch nach Verbüßung einer Haftstrafe vor dem Täter zu schützen.

    JVA-Leiter sagen im Missbrauchsprozess aus

    Ein Großteil des Prozesses fand zum Schutz der minderjährigen Opfer hinter verschlossenen Türen statt. Am 25. Mai soll die Verteidigung plädieren. Womöglich fällt an diesem Tag auch das Urteil. Der Prozess hatte sich mehrfach verzögert, unter anderem auch deshalb, weil die Verteidigung weitere Zeugen hören wollte. Sie wollte von zwei Leitern von Justizvollzugsanstalten wissen, ob ihr Mandant Repressalien durch Mithäftlinge ausgesetzt sein könnte. Die Gefängnisleiter berichteten nun, der 38-Jährige habe, als er von der JVA Bamberg nach Würzburg verlegt wurde, nach eigenen Angaben einen Drohbrief von einem Mitgefangenen erhalten. Um ihn zu schützen, sei der Logopäde zeitweise in Einzelhaft mit separatem Hofgang verlegt worden. Allerdings sei von tatsächlichen Übergriffen auf ihn in der Haft nichts bekannt.

    Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern

    Dem Logopäden wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in 66 Fällen vorgeworfen. Er soll sich in seiner Praxis und in zwei Kitas in Würzburg an insgesamt sieben teils schwerbehinderten Jungen im Alter von zwei bis sechs Jahren vergangen haben. Von seinen Taten soll er Fotos und Videos angefertigt und im Darknet verbreitet haben. Zum Prozessauftakt im März hatte der Mann die Taten weitgehend gestanden. Der Fall gilt als einer der schlimmsten in Bayern bekannt gewordenen.

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