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Anklage wegen Misshandlung von Behinderten in Himmelkron | BR24

© BR-Studio Franken/Kristina Kreutzer

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat Anklage gegen eine Mitarbeiterin der Himmelkroner Heime wegen Misshandlung von Behinderten erhoben.

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    Anklage wegen Misshandlung von Behinderten in Himmelkron

    Eine Gruppenleiterin der Himmelkroner Heime (Lkr. Kulmbach) soll Behinderte geschlagen und beleidigt haben. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth Anklage gegen die Frau erhoben. Sie muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

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    Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat Anklage gegen eine frühere Gruppenleiterin der Himmelkroner Heime im Landkreis Kulmbach erhoben. Sie soll geistig behinderte Bewohner auf den Mund und auf die Hand geschlagen haben. Das sagte der Leitende Oberstaatsanwalt aus Bayreuth, Herbert Potzel, auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks.

    Misshandlung und Beleidigung von Behinderten

    Außerdem soll sie einen Behinderten ohne richterliche Genehmigung in ein vergittertes Bett eingesperrt und mit Gewalt dazu gezwungen haben, eine Tablette zu schlucken. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau darüber hinaus vor, einen Behinderten als "Arschloch" und "doof" beleidigt zu haben.

    Vorfälle in Himmelkron im Herbst 2018

    Die 60-Jährige muss sich deshalb vor dem Amtsgericht Kulmbach. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Bayreuth: vorsätzliche Körperverletzung und Beleidigung in zwei Fällen und gefährliche Körperverletzung in Kombination mit Freiheitsberaubung. Die Vorfälle sollen sich im Herbst 2018 ereignet haben. Die Eltern der Betroffenen hätten Anfang 2019 Strafanzeige wegen Misshandlung und Beleidigung von Schutzbefohlenen gestellt, so Potzel.

    Mitarbeiterin wurde nur kurzzeitig suspendiert

    Zwischenzeitlich war die Frau suspendiert worden, um die Situation zu beruhigen. Kurze Zeit später hatte sie ihre Arbeit aber wiederaufgenommen. Nach Angaben der Diakonie Neuendettelsau arbeitet die 60-Jährige derzeit in der Verwaltung der Himmelkroner Heime und hat nichts mit der Betreuung der Bewohner zu tun.

    "Die Vorwürfe gegen die Mitarbeiterin sind wirklich gravierend. Das muss man ernst nehmen. Aber bis jetzt gibt es keinen Schuldspruch. Wir warten ab, wie das Gericht entscheidet." Thomas Schaller, Pressesprecher der Diakonie Neuendettelsau

    Schaller betont, dass Gewalt gegenüber Bewohnern nicht in Ordnung sei und von der Diakonie sanktioniert werde. "Wir wollen das nicht unter den Tisch kehren. Im Gegenteil: Wir ermutigen unsere Mitarbeiter dazu, solche Fälle zu melden." Ein liebvoller und respektvoller Umgang mit behinderten Menschen sei der Diakonie sehr wichtig, so Schaller.

    Zwei weitere Mitarbeiter sind ebenfalls im Visier

    Neben der Gruppenleiterin müssen sich noch zwei weitere Mitarbeiter der Himmelkroner Heime verantworten, allerdings wegen "geringfügigeren Vergehen", so Staatsanwalt Potzel. Medienberichten zu Folge soll eine 15-jährige Praktikantin die Vorfälle in ihrem Abschlussbericht erwähnt haben. Die Gruppenleiterin soll versucht haben, den Satz mit Tipp-Ex zu entfernen. Mehrere Betreuerinnen, die die Vorfälle ebenfalls mitbekommen und gemeldet hatten, sollen in andere Gruppen versetzt worden sein.

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    Regionalnachrichten Franken

    Autor
    • Christiane Scherm
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