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Anklage gegen Nürnberger Messerstecher erhoben | BR24

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Polizeieinsatz nach Messerangriffen in Nürnberg

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    Anklage gegen Nürnberger Messerstecher erhoben

    Gegen den mutmaßlichen Messerstecher von Nürnberg ist Anklage erhoben worden. Der 39-Jährige soll im Dezember unvermittelt auf drei Frauen eingestochen haben. Ihm wird dreifacher versuchter Mord vorgeworfen. Zum Motiv schweigt er weiter.

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    Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Viele Stunden lang war Nürnberg in Angst, während mit Hochdruck nach dem Mann gefahndet wurde, der im Stadtteil St. Johannis völlig unvermittelt mit einem Messer auf drei Frauen losgegangen war. Nun, knapp ein halbes Jahr später, ist Anklage erhoben worden.

    Demnach soll der 39-Jährige am 13. Dezember abends zunächst einer 56-Jährigen mit einem Messer in den Bauch gestochen haben. Laut Anklage näherte er sich anschließend einer 26-Jährigen von hinten und stach ihr in den Rücken. Kurz darauf soll er einer 34 Jahre alten Frau das Messer in den Bauch gerammt haben. Alle drei Frauen kannten den Mann nicht. Ohne ärztliche Hilfe wären sie gestorben, so die Anklage.

    Die Taten ereigneten sich in einem Zeitrahmen von etwa drei Stunden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der zuletzt ohne festen Wohnsitz lebende Mann sich vorher vorgenommen hatte, Frauen mit einem Messer anzugreifen und zu töten. Ihm wird versuchter Mord mit Körperverletzung in drei Fällen vorgeworfen.

    Motiv weiter unklar

    Der Tatverdächtige konnte am darauffolgenden Tag festgenommen werden. Zwar hat er die Taten gestanden, zum Motiv schweigt er aber. Er könne sich die Taten nicht erklären, so der Mann gegenüber den Ermittlern. Für den Prozess hat die Anklagebehörde 27 Zeugen benannt. Das Landgericht Nürnberg-Fürth muss nun entscheiden, ob es die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt.

    Tatverdächtiger ist wohnungslos

    Der Mann verfügte nach Angaben der Polizei zur Tatzeit über keinen festen Wohnsitz, hatte aber in der Vergangenheit eine Meldeadresse in Berlin. 2005 und 2009 war er für kurze Zeit in Nürnberg. Aber einige Fragen blieben unbeantwortet, so der leitende Kriminaldirektor Thilo Bachmann bei einer Pressekonferenz nach der Festnahme im Dezember. "Mit wem haben wir es zu tun? Wo war er überall? Und ist er für ähnliche Taten bundesweit verantwortlich?" Der Festgenommene äußerte sich nach seiner Festnahme zunächst nicht.

    Er hat 18 Vorstrafen

    Der 38-Jährige hat laut Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke 18 Vorverurteilungen im Bundeszentralregister. Es sei "ein Spaziergang durch das Strafgesetzbuch". Vorwiegend gehe es um Diebstahl, aber auch um Betäubungsmitteldelikte, Brandstiftung, Betrug und Beleidigung – begangen überwiegend im Osten Deutschlands. Gebürtig stammt der Mann aus Sachsen-Anhalt. Es gab auch eine Jugendstrafe wegen Vergewaltigung, für die er eine einjährige Haftstrafe abgesessen hat.

    Vor der Tat: Versuchter Ladendiebstahl

    Vor der Tat habe der Mann versucht, ein Messer zu stehlen. Dabei habe es sich aber nicht um das Tatmesser gehandelt, so die Ermittler.