Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Luchs getötet: Anklage gegen Jäger | BR24

© BR

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat einen Jäger aus Lohberg im Landkreis Cham angeklagt. Er soll einen Luchs getötet haben.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Luchs getötet: Anklage gegen Jäger

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat einen Jäger aus Lohberg im Landkreis Cham angeklagt. Er soll einen Luchs getötet haben.

Per Mail sharen

Er soll einen streng geschützten Luchs gefangen und getötet haben: Gegen einen Jäger aus Lohberg im Landkreis Cham ist Anklage erhoben worden, wie die Staatsanwaltschaft Regensburg mitteilte. Außerdem fanden die Ermittler verbotene Waffen bei dem 55-Jährigen.

Der Mann war ins Visier der Ermittler geraten, nachdem 2015 im Lamer Winkel die abgetrennten Vorderläufe von zwei Luchsen gefunden worden waren. Hinweise führten die Ermittler zu ihm. Die Tötung dieser beiden Tiere konnten sie ihm aber nicht nachweisen. Die bei dem Jäger sichergestellte Munition passte nicht zu den Geschossteilen in den Vorderläufen.

Falle im Wald aufgestellt

Im Wald entdeckten die Ermittler jedoch eine Lebendfalle, die der Jäger dort aufgestellt haben soll. Darauf deuten laut Staatsanwaltschaft die Spuren hin. Mit dieser Falle soll der Jäger einen Luchs gefangen haben, den er laut Anklage mit einer Kurzwaffe erschoss. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten deshalb vor, ein streng geschütztes, wild lebendes Tier getötet zu haben - strafbar nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Er habe mehrere Wildtiere getötet, hatte der Jäger laut Staatsanwaltschaft gegenüber einem Zeugen behauptet. Konkrete Spuren oder Beweismittel dafür fanden die Ermittler jedoch nicht.

Sie entdeckten bei ihm aber ein Nachtsichtgerät und einen Wurfstern. Dem Mann wird deshalb auch der vorsätzliche Besitz verbotener Waffen zur Last gelegt. Das Amtsgericht Cham muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt.

Umweltschützer danken Ermittlern

Umweltschützer loben die akribische Arbeit der Ermittler. Im Bayerischen Wald würden immer wieder Luchse verschwinden, mahnt der Landesbund für Vogelschutz. "Es ist ein Skandal, wenn in Bayern vom Aussterben bedrohte Arten wie der Luchs wieder ausgerottet werden, während wir gleichzeitig von den viel ärmeren Ländern in Afrika und Asien gigantische Anstrengungen und wirtschaftliche Einbußen zum Schutz der Natur einfordern", erklärte Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung. "Wir erkennen aber im vorliegenden Fall die professionelle Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft an, die mit hohem Aufwand wie bei einer Mordermittlung betrieben wurde."

© BR

Ein Verfahren wegen der illegalen Tötung von zwei Luchsen ist aus Mangel an Beweisen eingestellt wurden. Da jedoch bei dem Verdächtigen verbotene Gegenstände gefunden wurden, erhebt die Staatsanwaltschaft Regensburg erneut Anklage.

Mehr zum Thema
  • Drei Jahre nach der Luchstötung im Lamer Winkel
  • Luchstötung bei Lohberg: Abschluss der Ermittlungen angekündigt
  • Luchspopulation erholt sich wieder
Sendung

Regionalnachrichten aus der Oberpfalz

Autoren
  • Marcel Kehrer
  • Tobias Dörges
Schlagwörter