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Die Staatsanwaltschaft Würzburg hat Anklage gegen den früheren Geschäftsführer des kirchlichen Bauträgers SBW in der Diözese Würzburg erhoben. Ihm wird Untreue vorgeworfen. Die Anklage wurde bereits im Dezember erhoben, aber erst jetzt bekannt.

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Anklage gegen Ex-Chef von kirchlichem Bauträger

Die Staatsanwaltschaft Würzburg hat Anklage gegen den früheren Geschäftsführer des kirchlichen Bauträgers SBW in der Diözese Würzburg erhoben. Ihm wird Untreue vorgeworfen. Die Anklage wurde bereits im Dezember erhoben, aber erst jetzt bekannt.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Christian Wölfel

Gegen den früheren Geschäftsführer der SBW-Bauträger- und Verwaltungs-GmbH (SBW) in der Diözese Würzburg wurde Anklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Untreue vor. Das hat der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thorsten Seebach, jetzt auf Anfrage bestätigt. Allerdings sei die Anklage bereits im Dezember vergangenen Jahres erhoben worden.

Anklage liegt beim Landgericht zur Prüfung

Die Anklage liege der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts zur Prüfung vor. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens sei noch nicht entschieden. Dem Beschuldigten werde vorgeworfen, als Geschäftsführer der SBW das sogenannte Filetstück des Erbachshofs an ein Künstlerehepaar verkauft zu haben. Bei dem Verkauf habe er Nachlässe gewährt – ohne die Zustimmung des Aufsichtsrats.

Interessenten hätten deutlich höhere Preise gezahlt

Demgegenüber hätte der Beschuldigte das gesamte Areal, also das "Filetstück" samt einer Restfläche, zu einem deutlich höheren Preis an andere Interessenten verkaufen können, so der Vorwurf. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden auf rund 300.000 Euro. Der frühere Geschäftsführer hatte ein Fehlverhalten bisher immer bestritten. Er war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.

Entwicklungen im SBW-Fall im Jahr 2018

Im Juli 2018 hatte der damalige Generalvikar des Bistums, Thomas Keßler, den Fall der Staatsanwaltschaft vorgelegt. Zuvor hatte er den Geschäftsführer der SBW freigestellt, der gleichzeitig das Liegenschaftsamt des Ordinariats leitete. Auch der Aufsichtsrat wurde damals abgelöst.

Das Künstler-Paar hatte sich 2018 ebenfalls zu den Vorwürfen geäußert. Laut eigener Aussage haben die Künstler den Erbachshof rechtmäßig gekauft. "Es ist alles korrekt gelaufen", sagten sie damals im Gespräch mit dem BR. Man habe einen notariell beglaubigten Vertrag geschlossen, der Eigentumswechsel sei ins Grundbuch eingetragen worden.

Kirchlicher Bauträger in Würzburg

Die SBW ist eine Tochtergesellschaft des Bischöflichen Stuhls in Würzburg. Sie kümmert sich als Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft insbesondere um die Projektsteuerung und agiert als Architektur- und Immobiliendienstleister für kirchliche Einrichtungen.

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