BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Ankerzentrum Geldersheim: 650 Bewohner müssen zum Corona-Test | BR24

© BR

Erneut gibt es Corona-Infektionen im Ankerszentrum im unterfränkischen Geldersheim. Ein weiteres Mal stehen die Bewohner deshalb unter Quarantäne. Mehr als 650 Menschen müssen getestet werden.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Ankerzentrum Geldersheim: 650 Bewohner müssen zum Corona-Test

Erneut gibt es Corona-Infektionen im Ankerszentrum im unterfränkischen Geldersheim. Ein weiteres Mal stehen die Bewohner deshalb unter Quarantäne. Mehr als 650 Menschen müssen getestet werden.

2
Per Mail sharen

Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie war das Ankerzentrum in Geldersheim betroffen. Ende März wurden sieben Infektionen in der Flüchtlingsunterkunft bei Schweinfurt bekannt. Über Wochen gab es immer wieder positive Tests bei Bewohnern. Erst nach knapp zwei Monaten wurde die Quarantäne in Geldersheim aufgehoben. Nun gibt es erneut zwei positive Corona-Fälle. Zum zweiten Mal wird die Einrichtung abgeriegelt. 650 Menschen sind betroffen.

Alle Bewohner und Mitarbeiter werden gestetet

Das Schweinfurter Gesundheitsamt will nun umfassend auf Covid-19 testen. Wie ein Sprecher der Regierung von Unterfranken sagte, sollen die Tests bei den 654 Bewohnern und bei allen ca. 200 Mitarbeitern der Einrichtung bis zum Abend abgeschlossen sein. Bis Donnerstag erwartet die Regierung die Ergebnisse. Weitere Maßnahmen würde dann das Gesundheitsamt Schweinfurt anordnen.

Bewohner dürfen Ankerzentrum nicht verlassen

Die Bewohner können sich laut dem Sprecher der Regierung von Unterfranken auf dem Gelände der Einrichtung mit Mund-Nasen-Schutz bewegen. Sie dürfen das Gelände aber nicht verlassen.

Lage in Unterkunft ruhig

Laut der Regierung von Unterfranken ist die Lage in der Einrichtung derzeit ruhig. Das Ankerzentrum sei im Augenblick gut zur Hälfte belegt. Außerdem gelte ein Aufnahme- und Verlegungsstopp. "Die Versorgung und Kontrolle in der Einrichtung ist gesichert", hieß in einer Mitteilung.

Als die Einrichtung in der ehemaligen Kaserne schon einmal unter Quarantäne stand, wurden dort insgesamt 139 Bewohnerinnen und Bewohner positiv getestet. Auch 19 Beschäftigte im Ankerzentrum erkrankten. Ein Bewohner verstarb am Coronavirus. Wegen ministerieller Vorgaben sind auch bei einem erneuten Auftreten eines Corona-Ausbruchs in einer ANKER-Einrichtung alle Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung binnen 72 Stunden zu testen. Deswegen werden nun wieder alle Bewohner getestet.

Bereits zwei Monate Quarantäne in Geldersheim

Da es über Wochen nicht gelang, das Coronavirus aus der Einrichtung zu bekommen, zog sich die Quarantäne bis Ende Mai. Zeitweise protestierten die Bewohner des Ankerzentrums dagegen. Zunächst friedlich, kurzzeitig eskalierte die Situation jedoch. Beim Polizeieinsatz wurde ein Beamter verletzt.

Die Regierung von Unterfranken räumte damals ein, dass die lange Dauer der Quarantäne ein Problem sei. Wegen der ständig aufkommenden Neuinfektionen hätte es jedoch keine Möglichkeit gegeben, die Einrichtung früher zu öffnen. Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisierte damals die Situation in Geldersheim und forderte dazu auf, die Bewohner dezentral unterzubringen.

Immer wieder Flüchtlingsunterkünfte unter Quarantäne

Mit der Problematik ganze Flüchtlingsunterkünfte unter Quarantäne stellen zu müssen, kämpfen auch andere Bezirksregierungen und Landratsämter in Bayern: zuletzt zum Beispiel bei einer Gemeinschaftsunterkunft in Nürnberg.

Unterkunft in Kitzingen betroffen

Auch im unterfränkischen Kitzingen musste Ende August eine Gemeinschaftsunterkunft zum wiederholten Male unter Quarantäne gestellt werden. Sie wurde im April nach 20 positiven Corona-Tests schon einmal isoliert.

Die aktuelle Quarantäne ist nach Angaben des Landratsamts Kitzingen inzwischen für die meisten Bewohner wieder aufgehoben. In einem Haus, dessen Bewohner als direkte Kontaktpersonen eingestuft wurden, fielen bei einer Nachtestung allerdings vier weitere Fälle auf. Und auch ein anderes Haus steht noch unter Quarantäne: Die dortigen Bewohner gelten ebenfalls als direkte Kontaktpersonen. Taucht bei ihnen kein positiver Befund mehr auf, dürfen sie nach Angaben des Landratsamts noch in dieser Woche wieder nach draußen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!