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Ankerzentrum Donauwörth erhält Dependance in Augsburg | BR24

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© BR/Johannes Hofelich

Ankunft der ersten 50 Asylbewerber in der neuen Außenstelle des Donauwörther Ankerzentrums in Augsburg-Kriegshaber

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Ankerzentrum Donauwörth erhält Dependance in Augsburg

Sieben Ankerzentren gibt es in Bayern - für jeden Regierungsbezirk eines. Was Wenige wissen: Die Zentren sollen zwar durch Behörden-Konzentration vor Ort Asylverfahren beschleunigen. Doch untergebracht sind viele Flüchtlinge zunehmend dezentral.

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Flüchtlinge in Bayern sind zunehmend dezentral untergebracht. So auch in Schwaben, wo heute die zweite "Unterkunfts-Dependance" (Begriff des bayerischen Innenministeriums) in Augsburg-Kriegshaber bezogen wurde. Bis zu 140 Flüchtlinge sollen in der Außenstelle des Donauwörther Ankerzentrums untergebracht werden – darunter auch Familien mit kleinen Kindern.

Immer wieder Auseinandersetzungen in Ankerzentrum

Rund 850 Flüchtlinge leben derzeit in Donauwörth. Eine Einrichtung, die zuweilen für Schlagzeilen sorgt, weil es immer wieder Spannungen unter den Bewohnern wie auch mit der Polizei gibt. Erst am Wochenende kam es wieder zu einer Auseinandersetzung eines Flüchtlings mit den privaten Sicherheitskräften und der Polizei. Weil die Probleme mit einer wachsenden Personenzahl (maximal 1.000 Asylbewerber hätten dort Platz) sicher nicht weniger werden, soll die Einrichtung entlastet werden, sagt Frank Kurtenbach von der Regierung von Schwaben.

Wenn die Flüchtlinge nämlich im Donauwörther Zentrum, wo alle für das Asylverfahren notwendigen Behörden vor Ort zusammenarbeiten, ihre amtlichen Dinge erledigt haben und nur noch auf das Ergebnis des Verfahrens warten, können sie laut Kurtenbach auch in die kleineren, dezentralen Außenstellen wie in Augsburg-Kriegshaber umziehen.

Außenstellen gibt es für fast alle bayerischen Ankerzentren

Laut dem bayerischen Innenministerium waren solche Zweigstellen der sieben bayerischen Ankerzentren übrigens von Anfang an geplant – und zwar 23 in ganz Bayern, zwei davon in Schwaben. Die allermeisten sind bereits existierende Flüchtlingseinrichtungen, die nur vom Namen her den neuen Ankerzentren zugeordnet wurden.

Kritik an Arbeitsverbot

Auch in den Außenstellen gilt laut der früheren Landtagsabgeordneten der Grünen, Christine Kamm, dass die Flüchtlinge weder arbeiten dürften, "noch bekommen sie Integrations- und Sprachkurse". Das sei erst nach einer positiven Asylentscheidung vorgesehen, was nicht nur Kamm kritisiert. Momentan liegt die durchschnittliche Asylverfahrensdauer für neu ankommende Asylbewerber laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bei drei Monaten.

Polizei: Große Einrichtungen erschweren Abschiebung

Fällt der Asylbescheid negativ aus, müssen die Geflüchteten zurück – entweder in ihr Herkunftsland, in den sicheren Drittstaat, aus dem sie eingereist sind, oder in das EU-Land, das sie zunächst aufgenommen hatte.

Doch wenn abgelehnte Asylbewerber auf ihre Ausreise bzw. Abschiebung warteten, gebe es gerade in großen Einrichtungen wie dem schwäbischen Ankerzentrum eher Probleme, sagt der Leiter der Donauwörther Polizeiinspektion, Thomas Scheuerer:

"Wir fahren mit einer Streife rauf für Transport und eine zweite Streife begleitet sie, falls es Schwierigkeiten gibt. Und es ist häufig der Fall, dass das Bett leer ist. Erfahrungswerte zeigen, dass häufig Betten getauscht werden. Bei der Größe dieser Einrichtung ist es unmöglich, jedes Zimmer abzuklappern." Thomas Scheuerer

Das könnte man in den beiden schwäbischen Außenstellen mit rund hundert Betten sicher leichter, vermutet Scheuerer.