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Ankerzentren: Augsburger Flüchtlingsrat begrüßt neuen Kurs | BR24

© BR/Johannes Hofelich

Dezentrale Unterkunft statt Ankerzentrum: Der Augsburger Flüchtlingsrat begrüßt die Neuorganisation der Flüchtlingsunterbringung in Schwaben.

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    Ankerzentren: Augsburger Flüchtlingsrat begrüßt neuen Kurs

    In Schwaben wird es ab kommendem Jahr kein zentrales Ankerzentrum für Flüchtlinge mehr geben. Der Augsburger Flüchtlingsrat begrüßt diesen Schritt – kritisiert aber zugleich, dass in anderen Bezirken an den Ankerzentren festgehalten wird.

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    Die neue Linie in Schwaben bezeichnet der Augsburger Flüchtlingsrat in einer Stellungnahme als einen "Rückschritt weg von der Massenunterbringung". Die Organisation begrüßt, dass es im Bezirk künftig kein zentrales Ankerzentrum mehr geben wird. Damit kehre man zumindest zu einer Art von dezentraler Unterbringung zurück, die bisher in Augsburg gute Tradition gehabt habe. Den Kurswechsel führt der Flüchtlingsrat nicht auf ein Umdenken in der Politik zurück: Es sei "in keiner Weise davon auszugehen, dass das Zurückrudern zur Form der dezentralen Verteilung etwas mit einer Einsicht für eine misslungene und menschenverachtende Abschreckungspolitik zu tun" habe.

    Kein Standort für neues Ankerzentrum?

    Der Flüchtlingsrat geht davon aus, dass sich keine Kommune bereit erklärt hat, ein neues Ankerzentrum zu beherbergen. Die bisherige schwäbische Anker-Einrichtung in Donauwörth schließt zum Jahresende 2019. Spekuliert wurde immer wieder, dass eine Nachfolge-Einrichtung in Kempten entstehen könnte. Dort stieß diese Idee auf Ablehnung, wie Bundesinnenminister Horst Seehofer am Donnerstag dem BR bestätigt hatte. "Das war mir immer bekannt, dass Kempten sich wehrt gegen ein solches Zentrum.", so der CSU-Politiker.

    Kritik am Anker-System

    Obwohl es in Schwaben künftig keine Anker-Einrichtung mehr geben wird, protestiert der Augsburger Flüchtlingsrat weiter gegen das System. Er verweist auf die anderen bayerischen Ankerzentren, etwa in Manching oder Bamberg. Sie würden den Geflüchteten schaden, da sie Integration und Teilhabe behinderten. Auch die Kommunen haben laut der Organisation keine Vorteile vom Anker-System: "Es nützt den Kommunen nicht, die mit Massenlagern und daraus resultierenden Sicherheitsfragen umgehen müssen."

    Flüchtlingsunterbringung: Neue Organisation in Schwaben

    Am Mittwoch hatte die Regierung von Schwaben bei einer Pressekonferenz in Kempten über die Neuorganisation der Flüchtlingsunterbringung informiert. Ab dem kommenden Jahr sollen Asylbewerber zunächst in einem neuen Behördenzentrum in Augsburg aufgenommen werden. Nach maximal drei Tagen sollen die Menschen dann in die für sie zuständige Aufnahmeeinrichtung oder in eine dezentrale Unterkunft gebracht werden. Insgesamt sind sieben dieser sogenannten Dependancen in ganz Schwaben geplant, einige sind bereits eingerichtet.