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Angst vor steigenden Corona-Zahlen in Garmisch-Partenkirchen | BR24

© dpa/Lino Mirgeler

Garmisch-Partenkirchen: Personen steht in einer langen Schlange vor dem Corona Testzentrum der Stadt.

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Angst vor steigenden Corona-Zahlen in Garmisch-Partenkirchen

Gespanntes Warten in Garmisch-Partenkirchen auf die Corona-Testergebnisse vom Wochenende. Nach dem heftigen Corona-Ausbruch wird befürchtet, dass die Zahlen weiter ansteigen. Ministerpräsident Söder fordert Konsequenzen.

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Weil eine junge Frau sich offenbar nicht an die Quarantäne-Regeln gehalten und sich stattdessen im Nachtleben vergnügt hat, ist die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen einer der neuen Corona-Hotspots in Bayern. Die Sieben-Tage Inzidenz ist mit dem Stand von Sonntagabend auf 55 gestiegen - und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Und die Zahl der an Corona-Infizierten könnte heute weiter ansteigen.

Strafe für "Superspreaderin"?

Die 26-jährige Amerikanerin, die vermutlich die "Superspreaderin" war, muss mit Konsequenzen rechnen. Eigentlich wurde der Frau laut Landratsamt nach einem Corona-Test bis zum Ergebnis Quarantäne angeordnet. Sie hatte typische Corona-Symptome. Doch statt sich an die Vorgabe zu halten, machte sie Party. Eine Missachtung der Quarantäne kann in Bayern mit einem Bußgeld von 2.000 Euro geahndet werden.

Söder und Herrmann fordern Konsequenzen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. «Garmisch-Partenkirchen ist ein Musterfall für Unvernunft», sagte Söder am Montag nach einer Kabinettssitzung in München. Der Fall sei ein Beispiel dafür, wie schnell sich Corona-Infektionen verbreiten könnten. «Dieser Leichtsinn muss auch Konsequenzen haben.» Es sei deshalb sinnvoll, mit entsprechend «hohen Bußgeldern» zu agieren. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sogar von noch härteren Maßnahmen. Er denkt dabei an Schadensersatzforderungen oder sogar fahrlässige Körperverletzung. Derzeit wird geprüft, ob und mit welcher Strafe die junge Frau rechnen muss.

Rund 700 Personen bei Corona-Test - Ergebnisse erwartet

Im Laufe des Tages werden die ersten Testergebnisse der Corona-Tests vom Wochenende erwartet, heißt es auf Nachfrage beim Landratsamt. Nach mehr als 700 zusätzlichen Abstrichen übers Wochenende sei das Labor gefordert. Anscheinend wollen gerade viele in Garmisch-Partenkirchen lieber auf Nummer sich gehen und haben sich für Coronatests angemeldet.

Viele lassen sich testen

Die Kapazitäten der BRK Teststation am Alpspitz-Wellenbad sind für heute und morgen schon komplett ausgeschöpft. Erst ab Mittwoch gibt es noch einige freie Termine. Die Verantwortlichen sehen in der großen Testbereitschaft ein gutes Signal. Vor allem da viele jüngere Personen - das typische Partyvolk - zu den kostenlosen Corona-Abstrichen kommen, ist die Hoffnung groß, dass dadurch das Infektionsgeschehen in Garmisch-Partenkirchen eingedämmt werden kann.

Kapazitäten bei Corona-Teststation ausgeschöpft

Andererseits werden die ausgereizten Testkapazitäten auch zu einem Problem. So mancher, der gern Sicherheit haben will, ob er sich infiziert hat, bleibt verunsichert. Wenn die Test-Möglichkeiten eingeschränkt sind, könnten weitere Menschen angesteckt werden.

Weitere Sanktionen möglich

Falls die Zahl der positiv Getesteten ansteigt, hält sich das Landratsamt weitere Sanktionsmaßnahmen offen. Bisher müssen alle Lokale im Ort um 22 Uhr schließen. Größere Menschenansammlungen sind verboten.

© BR

Nach den zahlreichen Corona-Infektionen in Garmisch-Partenkirchen, die wohl auf eine 26-Jährige Superspreaderin zurückzuführen sind, will Bayerns Innenminister schärfere Strafen prüfen lassen.

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