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Angst vor Corona-Ausflüglern - aber nicht überall | BR24

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Die Sonne scheint auch in Corona-Zeiten. Erholungssuchende sind trotz Ausgangsbeschränkungen unterwegs. In manchen Ausflugsgebieten sieht man sie derzeit nicht so gern. Andere hingegen sind recht gelassen.

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Angst vor Corona-Ausflüglern - aber nicht überall

Die Sonne scheint auch in Corona-Zeiten. Erholungssuchende sind trotz Ausgangsbeschränkungen unterwegs. In manchen Ausflugsgebieten sieht man sie derzeit nicht so gern. Andere hingegen sind recht gelassen.

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Ausgangsbeschränkungen, aber trotzdem raus an die Luft - Sport und Bewegung halten schließlich gerade in schwierigen Zeiten auch Leib und Seele gesund.

Angst vor dem Virus am Tegernsee

Die Bürgermeister im Tegernseer Tal hatten vor ein paar Tagen verlangt, Ausflüge in ihre Region behördlich zu untersagen. Der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn schrieb im Namen seiner Kollegen, die Allgemeinverfügung solle dahingehend erweitert werden, "dass sich die Leute nur in ihren Landkreisen aufhalten dürfen". Eine Sorge ist, dass die Städter das Virus erst recht einschleppen.

Innenminister Herrmann rät zum Verzicht auf Ausflüge in die Berge

Doch Innenminster Joachim Herrmann (CSU) will keine zusätzlichen Verfügungen und appelliert an die Vernunft. Er hat die Bürger dazu aufgerufen, am Wochenende auf Ausflüge in die Berge zu verzichten. "Es ist nicht der Sinn der Sache, wenn Leute zuhauf über 50 oder 100 Kilometer meinen, in die Berge fahren zu müssen. Da rate ich dringend davon ab", sagte Herrmann im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Herrmann: Landkreis Miesbach ist schon stark mit Corona belastet

Herrmann weiter: "Der Landkreis Miesbach beispielsweise, wenn ich an die Ausflügler zum Tegernsee denke, ist inzwischen leider einer der Landkreise mit der höchsten Zahl an Corona-Infizierten. Darum kann ich nur in jeder Hinsicht davon abraten, auch wenn morgen schönes Wetter werden wird, das zum Anlass zu nehmen, das für solche Ausflüge zu nutzen." Herrmann: "Das ist nicht der Sinn der Sache."

Coronavirus: So schafft es Oberbayern

Sorge auch im Werdenfelser Land

Auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen bangt man vor einer möglichen Ausflugswelle am Wochenende bei schönem Wetter. Thomas Schwarzenberger, Kreisverbandsvorsitzender und Bürgermeister von Krün hat ebenfalls einen "Brandbrief" an Landtagspräsidentin Ilse Aigner geschickt. Die Kommunalpolitiker- und Politikerinnen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen schließen sich damit den Forderungen der Kollegen im Tegernseer Tal an. Nach einer Woche Ausgangsbeschränkungen in den Städten befürchten viele Bürgermeister einen Ansturm auf die beliebten Ziele auch im Oberland.

Warnung vor Bergwanderungen

In dem Schreiben warnen die Kommunalpolitiker auch vor Wanderungen in den Bergen. Damit würden Rettungskräfte und Bergwacht stärker beansprucht.

Gelassenheit im Berchtesgadener Land

Im Berchtesgadener Land erwarten die Touristiker am Wochenende keinen Besucheransturm. Man sei ja nicht in der Nähe einer deutschen Metropole und aus Österreich komme wegen der Grenzschließungen auch niemand, so Brigitte Schlögl, die Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH auf BR-Anfrage.

Attraktionen sind geschlossen

Im Berchtesgadener Land sind, wie überall, alle Besucherattraktionen geschlossen. Ob das nun die Königssee-Schifffahrt ist, die Jennerbahn mit ihren Restaurants oder das Salzbergwerk in Berchtesgaden. Die gut 100.000 Einwohner der Region haben sich laut Schlögl in den letzten Tagen sehr diszipliniert verhalten und an die Ausgangsregelungen gehalten, das erwarte man auch für das Wochenende.

Auch am Chiemsee keine Panik

Die Gemeinden am Chiemsee machen sich ebenfalls keine Sorgen wegen eines eventuellen Ausflügler-Ansturms am Wochenende. Sowohl aus Prien am Chiemsee als auch aus Breitbrunn, Gstadt oder Übersee heißt es: Bisher verhalten sich die Menschen vor Ort vernünftig, der Chiemsee-Rundweg sei die letzten Tage fast menschenleer. Parkplätze werden am Chiemsee nicht gesperrt, die Schifffahrt bleibt allerdings weiterhin eingestellt.