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Angriffe auf Passanten in Amberg: Was bisher bekannt ist | BR24

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Nach der Prügelattacke von jungen Asylbewerbern in Amberg, hat OB Cerny Vorwürfe gegen die Polizei heftig zurückgewiesen. Es sei "eine Sauerei", dass man der Polizei von Seiten politisch Interessierter vorwerfe, sie hätten langsam reagiert.

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Angriffe auf Passanten in Amberg: Was bisher bekannt ist

Die Staatsanwaltschaft Amberg hat auf BR-Anfrage Auskunft zur Prügelattacke von Samstag gegeben. Nach derzeitigen Erkenntnissen handelt es sich um mindestens vier Vorfälle, aber nicht um eine Drei-Stunden-Tat der beschuldigten Asylbewerber.

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Am Samstagabend, 29. Dezember, wurden in Amberg in der Oberpfalz zwölf Menschen wahllos angegriffen und verletzt. Noch am selben Abend nahm die Polizei vier Verdächtige fest. Es handelt sich um jugendliche Asylbewerber, die zur Tatzeit betrunken waren. Die politische und gesellschaftliche Debatte um straffällige Asylbewerber nahm schnell an Fahrt auf. Doch was sind die bisher bekannten Fakten zu den Taten? Jetzt hat sich auch die Staatsanwaltschaft Amberg geäußert.

Die vier Tatverdächtigen

Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Staatsanwaltschaft sind zwei der Beschuldigten afghanische Staatsangehörige, einer syrischer und einer iranischer Staatsangehöriger. Bei zwei der Männer ergaben sich aber Zweifel an der Nationalität, so ein Sprecher der Amberger Staatsanwaltschaft im Bayerischen Rundfunk. Die Ausländerbehörden prüfen die Akten weiter. Bis zu einem endgültigen Ergebnis könne es aber noch Tage dauern, so der Sprecher weiter.

Die vier waren zum Zeitpunkt der Tat zwischen 17 und 19 Jahren alt. "Sie sind daher im Sinne des Strafrechts Jugendliche bzw. Heranwachsende", wie es in der Antwort der Staatsanwaltschaft heißt. Ob das Alter hinterfragt oder eventuell gerichtsmedizinisch untersucht werden muss, könne noch nicht gesagt werden. Dafür müssten erst die Akten der Ausländerbehörden übersandt werden. Die vier jungen Männer seien nach jetzigem Erkenntnisstand Asylsuchende. Ihr genauer ausländerrechtlicher Status werde noch geprüft.

Zur Tatzeit seien die Beschuldigten "nicht unerheblich" alkoholisiert gewesen. Das Ergebnis der Blutuntersuchung stehe noch aus.

Beschuldigte nicht in Amberg gemeldet

Wie bereits am 30. Dezember bekannt wurde, wohnt keiner der jungen Männer in Amberg. Einer kommt aus Auerbach, einer aus Regensburg, die beiden anderen haben keinen festen Wohnsitz. Dies bestätigte jetzt auch die Staatsanwaltschaft. Weitere Einzelheiten zu den Personen nennt sie nicht.

"In Ermittlungsverfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende gelten besonders strenge Datenschutzgebote", erklärt die Staatsanwaltschaft Amberg. Sie könne daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Details zu den Beschuldigten bekannt geben. "Das umfasst insbesondere die Frage, ob die Beschuldigten vorbestraft oder bereits einschlägig in Erscheinung getreten sind", heißt es weiter.

Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung

In einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums vom 30. Dezember war von zwölf Verletzten im Alter zwischen 16 und 42 Jahren die Rede. Sie seien am Bahnhof und in der angrenzenden Altstadt angegriffen und durch Schläge und Tritte verletzt worden. Die Verletzungen seien überwiegend leicht. Ein 17-Jähriger musste wegen einer Kopfverletzung stationär ins Krankenhaus.

Die Staatsanwaltschaft hingegen nennt noch keine genauen Zahlen: "Die genaue Zahl der Tatvorwürfe gegen die einzelnen Beschuldigten und die genauen Beteiligungskonstellationen sind derzeit noch Gegenstand weiterer Ermittlungen", heißt es.

Fest steht aber der Tatvorwurf: gefährliche Körperverletzung. Das Strafmaß dafür bewegt sich generell zwischen drei Monaten und zehn Jahren. Wenn das Jugendstrafrecht greift, kann gegen Jugendliche eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren verhängt werden. Bei Heranwachsenden können es bis zu zehn Jahre sein.

Einer der Beschuldigten hat darüber hinaus Polizisten bei der Festnahme angegriffen und beleidigt. Das kann weitere Monate oder sogar Jahre an Haftstrafe bedeuten.

"Keine drei Stunden andauernde Tat"

Nach derzeitigem Erkenntnisstand sind die Beschuldigten zu mindestens zwei Zeitpunkten auf Passanten losgegangen. "Es handelte sich nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht, wie teilweise wohl berichtet, um eine über drei Stunden andauernde Tat, sondern um wenigstens zwei Vorfälle gegen 18.45 Uhr und um wenigstens zwei weitere Vorfälle etwa gegen 20.45 Uhr", teilt die Staatsanwaltschaft Amberg mit.

Keine weiteren Angaben zum Tatverlauf

Die Staatsanwalt macht keine näheren Angaben zum Tatverlauf, "um die Beweiskraft der Zeugenangaben nicht zu schmälern". Erfahrungsgemäß bestehe die Gefahr, dass sich "falsche" Zeugen melden.

Auch zur Motivation der Beschuldigten könne aus diesem Grund noch nichts Konkretes gesagt werden.

Festnahme gegen 21.00 Uhr

Auch das Polizeipräsidium Oberpfalz hatte am 30. Dezember mitgeteilt, dass sich die erste Tat am 29. Dezember um 18.45 Uhr ereignete. In der Bahnhofshalle wurde ein Zugfahrgast unvermittelt angegriffen und geschlagen.

Danach seien bei der Polizei mehrere Anrufe eingegangen, die über eine "tätliche Auseinandersetzung" mit mehreren Beteiligten am Bahnhof berichteten. Als die Polizei eintraf, hatten sich die Täter bereits in Richtung Bahnhofsstraße entfernt. Die Fahndung wurde eingeleitet. Die Tätergruppe konnte zunächst untertauchen.

Gegen 21.00 Uhr erfolgte die Festnahme: Die Polizei griff die vier betrunkenen jungen Asylbewerber im Bereich Obere Nabburger Straße/Schanzgäßchen auf.

Die Staatsanwaltschaft Amberg hatte Haftantrag gegen die vier gestellt. Die Richterin erließ am Sonntagabend die Haftbefehle. Die jungen Männer wurden getrennt voneinander in Gefängnisse eingeliefert und sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

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