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Angriff auf Eltern, Flucht mit Traktor: Prozessbeginn in Ansbach | BR24

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Ein 24-jähriger aus Untermosbach bei Ansbach muss sich vor Gericht verantworten: Der Angeklagte soll auf seine Eltern eingeschlagen haben. Als die Polizei eintraf rammte er mehrere Einsatzfahrzeuge mit einem Traktor.

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Angriff auf Eltern, Flucht mit Traktor: Prozessbeginn in Ansbach

In Ansbach muss sich ein psychisch auffälliger Mann vor Gericht verantworten, der seine Eltern attackiert haben soll, dann mit dem Traktor flüchtete und von der Polizei angeschossen wurde. Er ist unter anderem wegen versuchten Totschlags angeklagt.

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Von
  • Laura Grun

Zum Prozessauftakt am Landgericht Ansbach um den eskalierten Streit zwischen einem psychisch auffälligen Mann und seiner Familie aus dem Landkreis Ansbach sind am Donnerstag (14.01.21) die ersten Zeugen gehört worden. Unter anderem sagte vor dem Gericht ein Polizist aus, der an dem Einsatz in Untermosbach, einem Ortsteil der Gemeinde Wieseth, beteiligt war.

Psychische Probleme des Angeklagten

Der Vater des Angeklagten habe die Beamten beim Eintreffen am Hof der Familie gewarnt, so der Polizist. Der Sohn leide an Schizophrenie und sehe Einbrecher wo keine seien, schilderte der Beamte die Worte des Vaters. Der 25 Jahre alte Angeklagte selbst wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Auch auf die Fragen des Richters zu seiner Person antwortete der Beschuldigte ruhig, fast schon zögerlich, mit dünner Stimme. Auch sein Vater machte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Streit mit Eltern eskaliert – mit Traktor Polizeiautos gerammt

Der Angeklagte muss sich unter anderem wegen versuchten Totschlags verantworten. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll er vor rund einem Jahr auf dem elterlichen Hof seinen Vater mit einem Besenstil geschlagen und die Mutter geohrfeigt haben. Nachdem der Vater die Polizei verständigt hatte, sei der 25-Jährige auf einen Traktor gestiegen und davongefahren. Dabei rammte er mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei.

Angeschossen ins Krankenhaus gebracht

Da eine "erhebliche Gefährdung" von Bürgern und Polizeibeamten bestand, habe der junge Mann nur durch Schusswaffengebrauch gestoppt werden können, hieß es im Vorfeld von einem Polizeisprecher. Der angeschossene Mann wurde anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert. In der nächsten Sitzung werden noch die Polizisten gehört, die Schüsse auf den Angeklagten abgegeben haben. Außerdem wird das Gutachten des Sachverständigen erwartet, ob eine Gefährlichkeit von dem Angeklagten ausgehen könnte. Es sind drei Verhandlungstage angesetzt.

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