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Bildrechte: Picture-Alliance / Geisler-Fotopress

Weil sein Sohn in Ebern mit auf der Bühne gestanden war, verurteilte das Amtsgericht Haßfurt Angelo Kelly zu einer Geldbuße. Begründung: Verstoß gegen den Jugendarbeitsschutz. Dagegen klagte er. Nun kümmert sich das Oberste Landesgericht um den Fall.

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Angelo Kelly: Beschwerde liegt nun am Obersten Landesgericht

Weil sein Vierjähriger bei einem Auftritt in Unterfranken auf der Bühne stand, soll Angelo Kelly eine Geldbuße zahlen. Kelly wehrt sich gegen das Urteil des Amtsgerichts Haßfurt – die Akten gingen nun an die höchste gerichtliche Instanz in Bayern.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Norbert Steiche

In den 90ern wurde Angelo Kelly als Teil der "Kelly Family" bekannt. Jetzt steht er mit seiner eigenen Familie auf der Bühne. Und genau ein solcher Auftritt in Unterfranken beschäftigt aktuell die Justiz. Im Juli 2019 trat Angelo Kelly auf Schloss Eyrichhof bei Ebern im Landkreis Haßberge auf. Mit auf der Bühne: Kellys jüngster Sohn. Dieser Umstand führte schließlich zu einer Verhandlung am Amtsgericht Haßfurt, das die Akten jetzt an die höchste gerichtliche Instanz in Bayern weitergegeben hat.

Akten nun beim Bayerischen Obersten Landesgericht

Grund für die Akten-Weitergabe ist, dass Angelo Kelly Rechtsmittel gegen das Urteil eingereicht hat. Nun entscheidet also das Bayerische Oberste Landesgericht, wie es mit diesem Fall weitergeht. Das Amtsgericht hatte Kelly im Februar zu einer Geldbuße von 3.000 Euro verurteilt. Die lange Zeitspanne zwischen der Urteilsverkündung und der Aktenweitergabe erklärt der Direktor des Amtsgerichts Haßfurt dadurch: Nach der Begründung des Rechtsmittels durch den Verteidiger habe auch die Staatsanwaltschaft noch die Möglichkeit zur Gegenerklärung. Das sei der übliche Verfahrensablauf.

Vierjähriger mit auf der Bühne

Das Amtsgericht Haßfurt hatte das Urteil gegen Angelo Kelly mit einem Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz begründet. Der Musiker hatte beim Konzert im Juli 2019 seinen vierjährigen Sohn William auf der Bühne mitspielen lassen. Auch bei dem Konzert auf Schloss Eyrichshof – wie bereits wiederholt bei anderen Konzerten – war Kellys Sohn unter anderem mit einem eigenen Solo-Lied zu hören. Auch auf Plakaten warb Angelo Kelly mit seinem kleinen Sohn, weshalb die Regierung von Unterfranken ein Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro erlassen hatte. Angelo Kelly weigerte sich zu zahlen, deshalb ging der Fall vor Gericht.

"Paradebeispiel für einen Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz"

Der Vorsitzende Richter des Amtsgerichts sagte in der Urteilsbegründung, dass der Fall ein "Paradebeispiel für einen Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz" sei. Der Vierjährige habe 30 Minuten auf der Bühne gestanden und sei mit einem eigenen Lied aufgetreten. Sein Vater Angelo sei hier "Sorgeberechtigter und Arbeitgeber" gewesen. Der Auftritt sei auch keine "geringfügige Hilfeleistung" gewesen, weil das Kind selbst ein Lied gespielt habe. Ein Arbeitsvertrag sei dafür nicht nötig gewesen, jedoch habe es keine Ausnahmegenehmigung für den Auftritt des Kindes gegeben.

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