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Angeklagter Priester bestreitet sexuellen Kindesmissbrauch | BR24

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Ein Pfarrer muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Amtsgericht Bad Kissingen verantworten. Der Angeklagte hat den Missbrauch bestritten.

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Angeklagter Priester bestreitet sexuellen Kindesmissbrauch

Ein Pfarrer muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Amtsgericht Bad Kissingen verantworten. Der Angeklagte hat den Missbrauch bestritten. Er räumte aber eine Beziehung mit der ehemaligen Ministrantin ein.

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Ein katholischer Priester aus dem Bistum Würzburg muss sich wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Amtsgericht Bad Kissingen verantworten. Zu Prozessbeginn hat der Richter aus einer Befragung des 43-Jährigen durch die Polizei vorgelesen. Darin hatte der Angeklagte eine sexuelle Beziehung mit einer ehemaligen Ministrantin eingeräumt. Die Beziehung habe allerdings erst mit dem 18. Lebensjahr der Frau begonnen. In der Befragung bei der Polizei hatte der Priester jedoch bestritten, das Mädchen sexuell misshandelt zu haben. Es habe lediglich innige Umarmungen gegeben. Nun im Prozess wollte sich der Priester zu den Vorwürfen nicht näher äußern.

Mädchen soll für Priester geschwärmt haben

Der 43-Jährige soll sich vor rund zehn Jahren an dem damals zwölfjährigen Mädchen vergangen haben. Laut Staatsanwaltschaft hat das Mädchen für den Angeklagten geschwärmt. Die heute 22 Jahre alte Frau bestätigte das auch vor Gericht. "Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich mich verliebt habe", sagte die junge Frau. "Ich habe ihm geschrieben. Ich war ziemlich hartnäckig." Doch der Angeklagte habe ihr mit Verweis auf seinen Beruf gesagt, dass das nicht gehe. Die Beziehung zu der jungen Frau habe der Priester im Februar 2019 beendet.

Vorwurf: Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern

Laut Anklage soll es zwischen Frühjahr 2010 und Februar 2011 zu den sexuellen Handlungen gekommen sein. Dem Priester wird sexueller Missbrauch von Kindern und schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung wegen schweren sexuellen Missbrauchs drohen bei normalem Strafrahmen zwischen zwei und 15 Jahren Freiheitsstrafe. Sollte das Gericht urteilen, dass es sich um einen minderschweren Fall handelt, drohen dem Priester zwischen einem Jahr und zehn Jahren Freiheitsstrafe.

Fall in katholischer Missbrauchsstudie aufgeführt

Grundlage für die Ermittlungen in dem Fall bildeten Akten, die die bayerischen Bistümer nach Veröffentlichung der katholischen Missbrauchsstudie den Staatsanwaltschaften zur Verfügung gestellt hatten. 149 Fälle aus der Missbrauchsstudie haben die Staatsanwälte geprüft. Übrig geblieben ist nur eine Anklage. Deshalb steht nun der Priester aus dem Bistum Würzburg vor Gericht.

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