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Angeklagte schweigen zu Todesfällen in Seniorenheim | BR24

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Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf

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Angeklagte schweigen zu Todesfällen in Seniorenheim

Wer trägt die Schuld an den rätselhaften Todesfällen in der "Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf"? Vor dem Landgericht Bamberg hat jetzt der Prozess gegen drei Verdächtige begonnen. Die Angeklagten schwiegen zu den schweren Vorwürfen gegen sie.

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Der Auftakt im Prozess um die rätselhaften Todesfälle in dem unterfränkischen Seniorenheim Schloss Gleusdorf dauerte nur eine Stunde. Vor dem Landgericht Bamberg stehen die ehemalige Heimleiterin, der Ex-Pflegedienstleiter und ein Hausarzt der Heimbewohner. Ihnen wird unter anderem Totschlag vorgeworfen. Alle Drei machten keine Angaben vor Gericht. Der Anwalt des ehemaligen Pflegedienstleiters, Thomas Drehsen, wies für seinen Mandanten die Vorwürfe zurück.

Fünf rätselhafte Todesfälle

Die Staatsanwaltschaft wirft den Verdächtigen gemeinschaftlichen Totschlag durch Unterlassen in einem Fall und versuchten Totschlag durch Unterlassen in zwei Fällen vor. In dem Altenheim in Gleusdorf bei Untermerzbach (Landkreis Haßberge) waren vor über drei Jahren fünf Bewohner unter rätselhaften Umständen gestorben. Seitdem ermittelte die Staatsanwaltschaft, ob der Grund dafür Misshandlungen oder schlechte Versorgung gewesen sein könnten. Den teils hochbetagten Bewohnern wurde nach Überzeugung der Anklage die erforderliche medizinische Versorgung vorenthalten.

Anwälte widersprechen Vorwürfen

Der Anwalt der angeklagten ehemaligen Heimleiterin, Alexander Seifert, erklärte, es werde sich zeigen, dass von der Anklage nichts übrig bleibe. Der Vorwurf, dass sich die Angeklagten als "Herren über Leben und Tod" verhalten hätten, sei eine "reine Einschätzung und Erfindung" der Staatsanwaltschaft. Seifert erklärte außerdem, dass die Heimleiterin und Gesellschafterin der Einrichtung die Geschäftsführung niedergelegt habe. Die Einrichtung stehe zum Verkauf. Die 59-Jährige wolle sich völlig neu orientieren und Unterfranken verlassen.

Verwirrung um Zeugin

Zum ersten Prozesstag war eine Zeugin geladen. Sie hatte gegenüber dem Gericht erklärt, wegen gesundheitlicher Probleme nicht in den Zeugenstand treten zu können. Zur Überraschung der Verteidiger der Angeklagten befand sie sich dann aber im Zuschauerraum und wurde vom Vorsitzenden Richter Manfred Schmidt aufgefordert den Gerichtssaal zu verlassen.

Nächster Prozesstag ist kommenden Mittwoch, 24. Juli. Dann werden voraussichtlich die ersten Zeugen in dem Verfahren gehört. Es sind insgesamt 28 Verhandlungstage angesetzt.

© BR/Norbert Steiche

Der angeklagte Arzt und sein Verteidiger