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Angebliche Datenpanne: Blutspendedienst reagiert auf Vorwürfe | BR24

© BR/Steffi Wagner

Hat der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes Daten potentieller Spender an Facebook übertragen? Das behauptet ein Artikel, der in der Süddeutschen Zeitung erschienen ist.

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Angebliche Datenpanne: Blutspendedienst reagiert auf Vorwürfe

Hat der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes Daten potentieller Spender an Facebook übertragen? Das behauptet ein Medienbericht. Die Vorwürfe seien falsch, sagt das Bayerische Rote Kreuz. Das Tool wurde trotzdem vorsorglich abgeschaltet.

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Die Süddeutsche Zeitung hatte berichtet, dass der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BSD) bei einem Vorcheck auf seiner Website Gesundheits-Daten möglicher Spender an Facebook gesendet haben soll. Darunter würden sich intime Angaben befinden - etwa zu HIV-Infektionen, Schwangerschaften, Drogenkonsum oder Diabetes.

In einer Stellungnahme bezeichnet der BSD den Artikel als "einseitig", die angeführte Behauptung entspreche nicht der Wahrheit. dem widerspricht der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, Leonhard Stärk, vehement:

"Wir haben es sehr intensiv ernsthaft geprüft und wir können sagen, wir haben keine Datenpanne. Dieser Bericht ist falsch." Leonhard Stärk, Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes

Welche Daten gingen an Facebook?

Mit einem Klick auf den "Ja"- oder "Nein"-Button konnten Privatpersonen bei dem Vorcheck überprüfen, ob sie als Spender in Frage kommen. Durch den Werbetracker "Facebook-Pixel" seien die Antworten teilweise in Verbindung zu Facebook-Konten an das Netzwerk übertragen worden, so die SZ. Der Spendedienst habe seine Seite falsch konfiguriert.

Der Blutspendedienst räumte zwar ein, dass einzelne Daten, darunter die Anzahl der Klicks und der Text "Ja" oder "Nein", automatisch an Facebook übermittelt wurden. Das erlaube aber keine Rückschlüsse auf die jeweilige Krankheit. Das Tool "Facebook-Pixel" sei derzeit deaktiviert.

Der Autor des SZ-Artikels, Matthias Eberl, sagte hingegen dem Bayerischen Rundfunk, dass bereits diese wenigen Angaben es Facebook ermöglichen könnten, Rückschlüsse auf Krankheiten registrierter Nutzer zu ziehen, um so möglicherweise Werbung noch zielgerichteter schalten zu können. Das sei zwar schwer zu überprüfen, aber:

"Die Daten sind bei Facebook gelandet und das ist der eigentliche Skandal." Matthias Eberl, Autor des SZ-Artikels

Keine meldepflichtige Datenpanne

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat nach Angaben des BSD bestätigt, dass es sich im vorliegenden Fall nicht um eine meldepflichtige Datenpanne handelt.