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Schülerinnen und Schüler sitzen in ihrem Klassenzimmer.

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    Andere Lehrerverbände kritisieren Impf-Ultimatum des BLLV

    Mit einem Impf-Ultimatum hat der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband BLLV zum Wochenanfang für Aufregung und Kritik gesorgt. Jetzt stellt sich die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) gegen den BLLV.

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    Von
    • Jochen Eichner
    • Sophia Fürmann

    Am Montag hatte der BLLV in einem Brandbrief an Ministerpräsident Markus Söder unter anderem gefordert, dass Lehrerinnen und Lehrer, die nach den Osterferien Präsenzunterricht halten, zuvor ein Impfangebot bekommen müssten. Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) distanziert sich jetzt aber vom Vorgehen des BLLV.

    Brandbrief vermittle falschen Eindruck

    "So sind wir nicht", sagen die vier Vorsitzenden der Lehrerverbände, die in der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände abl versammelt sind. Der Brandbrief des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, der anders als die abl vor allem Lehrkräfte an Grund- und Mittelschulen vertritt, habe weiter Öl ins Feuer gegossen. Dadurch sei der Eindruck entstanden, dass die Lehrerinnen und Lehrer in Bayern nicht bereit seien, in der Krise zusätzlich Verantwortung zu übernehmen.

    Diesem Eindruck wollen die vier Vorsitzenden des Berufsschullehrerverbands, des Philologenverbands, des Realschullehrerverbands und der Katholischen Erziehergemeinschaft entgegentreten.

    abl will umsetzbaren Gesundheitsschutz

    Zwar gibt es auch aus Sicht der Lehrer-Verbände der Arbeitsgemeinschaft Verbesserungsmöglichkeiten - etwa bei der Teststrategie an den Schulen im Freistaat. Und sie sehen auch die Notwendigkeit, die Lehrerinnen und Lehrer in Bayern zügig zu impfen. Indirekt kritisieren sie aber das Vorgehen des BLLV. Die abl stehe für praxisnahe und umsetzbare Lösungen für den Gesundheitsschutz, nicht aber für "Maximalforderungen - auch nicht verbaler Art".

    Die Präsidentin des BLLV, Simone Fleischmann, hatte in einem Brandbrief am Montag an die Staatsregierung geschrieben, wenn die Lehrerinnen und Lehrer und alle an der Schule Beschäftigten am ersten Schultag nach den Osterferien wieder einen Fuß in die Schule setzen sollten, müssten im Vorfeld alle ein Impfangebot erhalten haben. Lehrkräfte, die kein Impfangebot erhielten, könnten demnach nur Distanzunterricht anbieten. Zudem hätten viele Lehrer bereits eine Überlastungsanzeige gestellt, weil sie die Vielfalt der Aufgaben nicht mehr bewältigen könnten, so Fleischmann.

    Kritik an Brandbrief und an Lehrkräften generell

    Kritik an diesem Brief kam unter anderem aus der Bayerischen Staatskanzlei: "Ultimaten zu stellen ist ein schlechter Stil", kritisierte der Chef der Staatskanzlei, der CSU-Politiker Florian Herrmann. Es hagelte auch Kritik an den Lehrkräften insgesamt, so dass sich Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Donnerstag genötigt sah, die Pädagogen zu verteidigen und ihnen für ihre "hervorragende Arbeit" zu danken.

    Auslöser für die Eskalation war die Anordnung der Politik, dass die Lehrkräfte nun auch die Selbsttests der Schülerinnen und Schüler in den Klassenzimmern beaufsichtigen sollen.

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