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An Weihnachten visumsfrei in die DDR | BR24

© Eberhard Schellenberger/BR

An Heiligabend 1989 war es auch für Westdeutsche endlich so weit. Sie konnten ohne Visum über die Grenze von der Bundesrepublik in die DDR - auch über den Grenzübergang Eußenhausen-Meiningen. Die DDR-Bürger haben ihre Gäste feierlich empfangen.

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An Weihnachten visumsfrei in die DDR

An Heiligabend 1989 war es auch für Westdeutsche endlich so weit. Sie konnten ohne Visum über die Grenze von der Bundesrepublik in die DDR – auch über den Grenzübergang Eußenhausen-Meiningen. Die DDR-Bürger haben ihre Gäste feierlich empfangen.

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Zehn Wochen lang waren Mauer und Grenzzaun schon gefallen. Millionen DDR-Bürger waren inzwischen schon zu Besuch im Westen. Umgekehrt brauchten Bundesbürger aber noch ein Visum, das mehrere Tage vorher beantragt werden musste. Das änderte sich an Heiligabend 1989. Eigentlich sollte sich erst um Mitternacht der Schlagbaum ohne Kontrolle öffnen. Doch schon nach 22.00 Uhr warteten immer mehr Bundesbürger mit ihren Fahrzeugen am Grenzübergang Eußenhausen-Meiningen. Eine halbe Stunde später gab es dann grünes Licht an der Ampel der DDR-Grenzbehörden.

Kostenlose Thüringer Bratwürste

Hupend fuhren die ersten Autos den Berg in Richtung Henneberg hinunter. Entlang der Straße hatten DDR-Bürger Stände aufgebaut. Hier gab es für die Gäste aus Unterfranken Thüringer Bratwürste, Bier und Glühwein – kostenlos. Die DDR-Bürger bedankten sich damit für die Gastfreundschaft und das Begrüßungsgeld von 100 D-Mark, das jeder bekommen hat, der zum ersten Mal zu Besuch im Westen war. Gemeinsam wurde "So ein Tag, so wunderschön wie heute" gesungen. Die Euphorie war im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos.