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"An einem schönen Tag sind die Berge voller Müll." | BR24

© Nicolas Armer/dpa

Archivbild: Die Bad Kissinger Hütte des Deutschen Alpenvereins (DAV) ist unter leicht bewölktem Himmel zu sehen.

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    "An einem schönen Tag sind die Berge voller Müll."

    Das schöne Wetter zieht die Menschen in Scharen ins Gebirge. Der Berg-Boom macht Mensch und Umwelt aber auch Probleme. Die Vermüllung sorgt zunehmend für Ärger in den Bergen.

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    Die Hüttenwirte des Deutschen Alpenvereins (DAV) zeigen sich zufrieden mit der Sommersaison bislang. Das sonnige Wetter hat die Wanderer in großen Scharen ins Gebirge gelockt. "Vereinzelt gibt es fünf Prozent mehr Übernachtungen als im Vorjahr - und nahezu überall mehr Tagesgäste", bilanzierte der DAV jetzt in München. Viele Hütten sind den Angaben zufolge bis weit in den Herbst hinein ausgebucht. Gäste kommen mit falschen Erwartungen und lassen Müll einfach fallen.

    Gäste kommen mit falschen Erwartungen und lassen den Müll einfach liegen

    Nach Einschätzung von DAV-Sprecherin Miriam Roth hat der Boom jedoch auch Schattenseiten: "An einem schönen Tag sind die Berge voller Müll." Zudem gingen immer mehr Menschen mit falschen Erwartungen auf Tour: "Die sind oft schlecht ausgerüstet und wollen alle gleichzeitig das einmalige Naturerlebnis inklusive Fünf-Sterne-Service."

    Fährt eine Bergbahn ist gleich viel mehr los auf den Hütten

    Zu Hütten wie dem Wank-Haus oberhalb von Garmisch schweben an schönen Tagen mehrere Hundert Ausflügler bequem mit der Bergbahn. Dagegen ist auf eher abseitigen Routen - zum Beispiel auf dem Tauernhöhenweg - in den spartanischen DAV-Unterkünften noch genügend Platz.

    Bei der Brotzeit reagierten die Wirte heuer auf die Hitze: Statt deftiger Kost bietet die Speisekarte für die Einkehr leichte Suppen und Salate. "Der Renner auf dem Albert-Link-Haus im Spitzinggebiet ist Gurkenkaltschale", sagte Roth in dem dpa-Interview. Außerdem gehe Kaiserschmarrn trotz hoher Temperaturen immer.

    Duschverbot wegen Wasserknappheit auf Hütten im Allgäu

    Bei wenig Regen und Dürre wurde vereinzelt zudem das Wasser knapp. Im Allgäu durften Gäste zeitweise nicht duschen. Weil sie Wasser sparen sollten, beschwerten sich Gäste im Bodenschneid-Haus oberhalb des Schliersees in Oberbayern beim Wirt. "Aber der kann den Regen ja auch nicht herzaubern", so Roth. Wenn Hütten keine eigene Quelle hätten, müssten sie in diesem Sommer ganz anders haushalten.

    Ideales Tourenwetter auch im Herbst noch

    Der Ansturm auf die Berge könnte in diesem Jahr bis weit in den Herbst andauern. Nach Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes dürfte der September warm und beständig bleiben - und verspricht damit ideales Touren-Wetter.