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Eine private Drohne in der Nähe eines Flugzeugs.
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Autoren

Simon Emmerlich
BR24 Redaktion
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Eine private Drohne in der Nähe eines Flugzeugs.

Laut Deutscher Flugsicherung haben sich in diesem Jahr die Sichtungen von und Behinderungen durch Drohnen im deutschen Luftraum im Vergleich zum vergangenen Jahr verdoppelt. Bis Ende November wurden 152 Vorfälle gemeldet, 2017 waren es lediglich 86.

Die Entwicklung bestätigt sich auch an den bayerischen Flughäfen. Am Münchner Flughafen wurden 14 Sichtungen und Störungen registriert, in den beiden Jahren davor lag die Zahl noch im einstelligen Bereich. Der Nürnberger Flughafen meldete drei Drohnen-Vorfälle.

Im Umkreis von 1,5 Kilometern rund um Flughäfen ist es verboten, Drohnen aufsteigen und fliegen zu lassen. Wer dagegen verstößt, begeht in der Regel einen "gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr". Das wird als Straftatbestand gewertet und kann in Deutschland mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren geahndet werden.

London-Gatwick durch Drohne lahmgelegt

Am Flughafen London Gatwick, dem siebtgrößten Flughafen Europas, wurde der Flugbetrieb eingestellt, nachdem eine Drohne über dem Flugfeld gesichtet worden war. Viele Passagiere saßen stundenlang in den startbereiten Maschinen fest, ankommende Flugzeuge wurden zum Teil auf mehrere hundert Kilometer entfernte Flughäfen umgeleitet.

Gestern wurde der Betrieb kurzzeitig wieder aufgenommen, dann aber erneut gestoppt. Zehntausende Passagiere sitzen fest, der Flughafen ruft alle Reisenden auf, gar nicht erst anzureisen, ohne sich bei der Airline zu vergewissern, dass der Flug tatsächlich stattfindet.

Die zuständige Polizei wertet die Störung als "absichtliche Handlung", einen terroristischen Hintergrund sieht sie derzeit aber nicht. Trotzdem sind Medienberichten zufolge Scharfschützen und Helikopter auf der Suche nach dem oder den Verantwortlichen.