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Amtsgericht weist Forderungen von Wett-Tipper zurück | BR24

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Das Amtsgericht Nürnberg hat eine Schadensersatz-Klage gegen die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) wegen entgangenen Wettgewinns abgewiesen. Der Grund für die Klage war eine angeblich falsche Schiedsrichterentscheidung.

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Amtsgericht weist Forderungen von Wett-Tipper zurück

Das Amtsgericht Nürnberg hat eine Schadensersatz-Klage gegen die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) wegen entgangenen Wettgewinns abgewiesen. Der Grund für die Klage war eine angeblich falsche Schiedsrichterentscheidung.

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Bei dem Fall ging es um das Bundesligaspiel des 1. FC Nürnberg gegen Schalke 04, bei dem der Schiedsrichter, nach Meinung des Klägers, eine Fehlentscheidung getroffen hatte. Der Schiri habe in der 1. Halbzeit ein Tor von Hanno Behrens nicht gewertet, das regulär gewesen sei. Wäre das Tor gezählt worden, wäre der Wett-Tipp des Klägers zutreffend gewesen und er hätte einen Gewinn von 190,97 Euro bekommen. Auf diesen Schadensersatz hatte der Wett-Tipper die DFL verklagt.

Kein vertraglicher Anspruch

Das Gericht war der Auffassung, dass zwischen dem Kläger und der Fußball Liga kein vertraglicher Anspruch besteht. Demnach habe der Kläger keine vertraglichen Beziehungen zur Deutschen Fußball-Liga. Er habe sich lediglich an einem Wettspiel eines Sponsoring-Partners der Beklagten beteiligt.

Keine Anhaltspunkte für Fehlentscheidung

Zudem sah das Gericht in der Schiedsrichter-Entscheidung kein Delikt, wie zum Beispiel Betrug, das einen Schadensersatz rechtfertigen würde. So lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Schiedsrichter vorsätzlich eine Fehlentscheidung getroffen habe. "Selbst, wenn eine schiedsrichterliche Fehlentscheidung vorliege, könne es sich bei lebensnaher Betrachtung und Einsatz des gesunden Menschenverstandes allenfalls um eine fahrlässige Fehlentscheidung gehandelt haben“, so das Gericht weiter. Dagegen existiere aber kein Schutzgesetz.

Eigenes Risiko des Wett-Tippers

Zudem verwies das Amtsgericht darauf, dass die Teilnahme an einer Sportwette erst durch den ungewissen Spielverlauf und Spielausgang, aber auch durch die Möglichkeit von schiedsrichterlichen Fehlentscheidungen wie auch Fehlhandlungen von Spielern spannend werde. Jeder Wettteilnehmer müsse das Risiko seines Wettgeschäfts eigenverantwortlich abwägen und bleibe für seine Entscheidung zur Wettteilnahme selbst verantwortlich. Das Urteil zu diesem Fall hatte das Amtsgericht Nürnberg am 19. September gefällt.