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"Amt für Ideen" in Nürnberg: Gemeinwohl statt Egoismus | BR24

© BR-Studio Franken / Tina Wenzel

Das "Amt für Ideen" ist ein Baustein des Projekts Quartier U1 des Urban Labs

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"Amt für Ideen" in Nürnberg: Gemeinwohl statt Egoismus

Seit rund einem halben Jahr berät das "Amt für Ideen" Nürnberger und Nürnbergerinnen, die eine Idee haben, um die Stadt lebenswerter zu machen. Die ersten Projekte sind bereits realisiert. Auch mit N2025 gibt es Kooperationen.

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Mehr als 50 Menschen hat das "Amt für Ideen" in den vergangenen sechs Monaten beraten, sagt Sebastian Schnellbögl von der Nürnberger Initiative Urban Lab, die das "Amt für Ideen" im Rahmen des Projekts Quartier U1 ins Leben gerufen hat.

Chorprobe im Parkhaus und Wasser für Bäume

Die ersten Ideen sind auch schon umgesetzt: zum Beispiel ein Konzept für Chorproben im Freien. Wegen der Corona-Krise sind Chorproben in geschlossenen Räumen undenkbar. Deswegen wandte sich Chorleiterin Annedore Stein an das "Amt für Ideen". Gemeinsam entwickelten sie ein Alternativkonzept. Ende Juni fand dann die erste Chorprobe des Ohm-Chors auf dem Parkhausdeck der Technischen Hochschule statt. Eine weitere Idee kommt den Bäumen in der Stadt zugute. Mit der Ideenförderung konnten kleine Fahnen mit der Aufforderung, die Bäume in der Stadt bei Trockenheit zu gießen, gestaltet werden.

Online-Sprechstunde

Wer eine Idee hat, kann sich zur kostenlosen Online-Ideensprechstunde anmelden, sagt Schnellbögl. Die Mitarbeiter des "Amts für Ideen" helfen dann bei der Projektumsetzung. Sei es bei der Strukturierung des Projekts oder bei dem Weg durch den Behördendschungel. Neben der Beratung fördert die Initiative Ideen mit bis zu 400 Euro. Das Geld stammt aus einem Fördertopf des Bundes, für den sich die Initiative erfolgreich beworben hatte.

Gemeinwohl im Blick

Die Ideen sollten dabei dem Gemeinwohl dienen: "Wir fördern keine Ideen, die nur egoistisch sind", so Schnellbögl. Bislang läuft alles online. Doch schon bald wollen die Initiatoren einen Container umfunktionieren und mit einem passenden Hygienekonzept zu den Menschen kommen. "Das Amt wird dann an verschiedenen Orten in Nürnberg aufpoppen", sagt Schnellbögl.

Die Stadt selber gestalten

Das Ziel des Urban Labs sei es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Menschen die Gestaltung ihrer Stadt selbst in die Hand nehmen können. Mit dem "Amt für Ideen" werden dabei Einzelpersonen gefördert. Initiativen und Organisationen aus Nürnberg können ihre Ideen wiederum über das Projekt Quartier U1 einbringen. Derzeit stehen 45.000 Euro für Ideen zur Verfügung, die entlang der U-Bahnlinie U1 zwischen Muggenhof und Frankenstraße umgesetzt werden. Bis zum 8. November können Projekte online eingereicht werden.

Zusammenarbeit auch mit N2025

Das Urban Lab arbeitet mit verschiedenen städtischen und privaten Einrichtungen zusammen – zum Beispiel mit dem Nürnberger Amt für Kultur und Freizeit, der VAG oder dem Z-Bau. Auch mit dem Bewerbungsbüro Kulturhauptstadt Europas N2025 kooperierte die Initiative bereits mehrfach. Von der Bewerbung um den Titel Europäische Kulturhauptstadt erhoffen sie sich, dass ein Prozess in Gang gesetzt wird, der sich nachhaltig in der Stadtgesellschaft niederschlägt – sei es durch die Schaffung von Räumen oder durch die Stärkung der lokalen Akteursstrukturen, so Schnellbögl.

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